
TUI Wildlife Mexico
Das Biosphärenreservat Sian Ka’an auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sein empfindliches Ökosystem, das Teil der Tourismusregion Maya Ka’an ist, ist durch die rasante Entwicklung des Tourismus und den Ausbau der Infrastruktur beispiellosen Bedrohungen ausgesetzt. Infrastruktur-Großprojekte zerschneiden Lebensräume und bedrohen gefährdete Arten wie Jaguare, Ozelots, Manatis, Meeresschildkröten und Krokodile. Wildunfälle haben alarmierende Ausmaße erreicht, wobei die Autobahn von Cancún nach Tulum die höchste Jaguar-Sterblichkeitsrate Mexikos aufweist. Hinzu kommt, dass unregulierter Schiffsverkehr häufig zu Kollisionen mit Wassertieren führt und das begrenzte Umweltbewusstsein in den Gemeinden und bei den Besuchenden die Herausforderungen im Naturschutz verschärft.
TUI Wildlife Mexico begegnet diesen Herausforderungen mit einer umfassenden zweijährigen Initiative zum Schutz der Artenvielfalt bei gleichzeitiger Unterstützung lokaler Lebensgrundlagen. Das Projekt vereint bewährte Ansätze in den Bereichen Ökosystemwiederherstellung, gemeindebasierte Wildtierbeobachtung, Umweltbildung und nachhaltiger Tourismus. Es umfasst die Wiederherstellung von 70 Hektar Mangroven, den Aufbau von Netzwerken zur Wildtierbeobachtung, die Schulung von Menschen vor Ort und Tourismusunternehmen sowie die Entwicklung von Naturschutzrichtlinien. Damit schafft das Projekt ein übertragbares Modell für die Vereinbarkeit von Naturschutz und nachhaltiger Tourismusentwicklung in einer der artenreichsten Regionen Mexikos.
Das Biosphärenreservat Sian Ka’an steht an einem Wendepunkt, da das rasante Wachstum des Tourismus und die städtische Entwicklung seine natürliche Umwelt zunehmend bedrohen. Infrastruktur-Großprojekte wie der Maya-Zug, der Flughafen Tulum und große Autobahnen haben Lebensräume zerschnitten, ökologische Korridore unterbrochen und gefährdete Arten wie Jaguare, Ozelots, Seekühe, Meeresschildkröten und Zugvögel stark unter Druck gesetzt. Die Autobahn Cancún-Tulum verzeichnete zwischen 2019 und 2024 mit 13 Todesfällen die höchste Jaguar-Sterblichkeitsrate Mexikos, während unregulierter Bootsverkehr häufig zu Kollisionen mit Wassertieren führt und die Nist- und Fresszyklen von Vögeln stört.
Illegale Jagd und Fischerei bestehen weiterhin fort, da es an Durchsetzungskapazitäten, Umweltbewusstsein und nachhaltigen Einkommensalternativen für lokale marginalisierte Gemeinschaften mangelt. Auch die Mangrovenökosysteme sind stark beeinträchtigt: In El Playón gingen durch schlecht geplanten Straßenbau mehr als 500 Hektar verloren, und geschädigte Gebiete wie Vigía Chico müssen nun dringend renaturiert werden.
Als Antwort auf diese Herausforderungen setzt TUI Care Foundation ein integriertes Naturschutzprogramm um, das sich auf die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Überwachung der Tierwelt, Umweltbildung und nachhaltige Tourismuspraktiken konzentriert.
Das Projekt renaturiert 70 Hektar Mangrovenwald durch hydrologische Wiederherstellung und Wiederaufforstung unter der Leitung einer geschulten Gemeindebrigade aus der Maya-Gemeinde Xhazil-Sur. Zudem werden lokal basierte Netzwerke zur Wildtierbeobachtung aufgebaut, die mithilfe von Kamerafallen und Feldbeobachtungen prioritäre Arten überwachen und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren reduzieren sollen. Maßnahmen der Umweltbildung erreichen 250 Schüleri*nnen sowie 150 Mitglieder von Genossenschaften in sechs Maya-Ka’an-Gemeinden und fördern so das Bewusstsein für Naturschutz und die Verantwortung innerhalb der lokalen Bevölkerung.
Um tourismusbedingte Auswirkungen zu verringern, entwickelt das Projekt ein Handbuch zum Tierschutz im Tourismus und bietet Schulungen für Tourismus- und Fischereigenossenschaften an, ergänzt durch gezielte Beschilderung in Risikogebieten. Insgesamt kommt die Initiative mehr als 400 Gemeindemitgliedern zugute, schafft und sichert 10 lokale Arbeitsplätze und bindet über 90.000 Besucher*innen durch verantwortungsvollen naturbasierten Tourismus ein. Dadurch wird Maya Ka’an als Vorbild für eine reproduzierbare und naturschutzorientierte Entwicklung positioniert.
Projektpartner
Amigos de Sian Ka’an (ASK) ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die als Reaktion auf die Notwendigkeit gegründet wurde, das Biosphärenreservat Sian Ka’an zu schützen und zu erhalten. Von Anfang an war die Organisation als Brücke zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Regierung und lokaler Bevölkerung konzipiert, mit dem Ziel, ganzheitliche Lösungen für die ökologischen Herausforderungen der Region zu entwickeln. Die Mission von ASK besteht darin, die Integrität und Funktionsfähigkeit der Ökosysteme der Halbinsel Yucatán zu bewahren, gleichzeitig die sozioökonomische Entwicklung der Menschen vor Ort zu fördern und durch wissenschaftliche Erkenntnisse Einfluss auf Kultur- und Umweltpolitik zu nehmen.
Pro Conservación Peninsular (PCP) ist ein zivilgesellschaftlicher Verein, der auf Grundlage einer Vereinbarung zur Nutzung eines Markenzeichens mit Amigos de Sian Ka’an zusammenarbeitet.




