TUI Forest Madagascar

Madagaskar beherbergt einzigartige Ökosysteme, die die biologische Vielfalt, die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung und die Klimaresilienz sichern. Der zunehmende Druck auf die natürlichen Ressourcen, verbunden mit Armut und nicht nachhaltigen Landnutzungspraktiken, bedroht jedoch viele dieser empfindlichen Landschaften. Der Schutz und die Wiederherstellung der Wälder bei gleichzeitiger Unterstützung der lokalen Bevölkerung bei der Entwicklung nachhaltiger Lebensgrundlagen sind daher unerlässlich, um das Naturerbe des Landes zu bewahren und eine langfristige sozioökonomische Resilienz zu gewährleisten. 

TUI Forest Madagascar verbindet die Wiederherstellung von Ökosystemen, gemeindebasierte Governance und die Entwicklung nachhaltiger Lebensgrundlagen, um zur langfristigen Erhaltung der einzigartigen Waldlandschaften Madagaskars beizutragen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Menschen vor Ort zu verbessern.

Die endemischen Tapia-Wälder Madagaskars sind erheblichen Bedrohungen ausgesetzt. Die Entwaldung, die durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, die steigende Nachfrage nach Holz als Energieträger und schwache Verwaltungsstrukturen vorangetrieben wird, hat zu einer raschen Verschlechterung dieser endemischen Ökosysteme geführt. Die Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Wasserkreislaufs, der Verhinderung von Bodenerosion und der Versorgung Tausender Haushalte mit lebenswichtigen Ressourcen wie Früchten, Pilzen, Seide und Brennholz. Ihr Verschwinden hätte schwerwiegende Folgen sowohl für die Artenvielfalt als auch für die Lebensgrundlagen der lokalen Gemeinschaften. 

TUI Forest Madagascar konzentriert sich auf die Stärkung des langfristigen Schutzes und der nachhaltigen Bewirtschaftung dieser Ökosysteme, indem es die rechtliche Einrichtung und die effektive Verwaltung von zwei gemeinschaftlich verwalteten Schutzgebieten unterstützt, die mehr als drei Millionen Quadratmeter Waldlebensraum umfassen. Durch die Konsolidierung gemeinschaftsgeführter Verwaltungsstrukturen und die Stärkung der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wird das Projekt sicherstellen, dass der Schutz der Tapia-Wälder in starken lokalen Institutionen verankert ist. 

Gleichzeitig trägt das Projekt zur Wiederherstellung geschädigter Waldlandschaften und zur Verbesserung nachhaltiger Landnutzungspraktiken bei. Im Rahmen von Wiederaufforstungs- und Agroforstinitiativen werden mehr als 260.000 Bäume gepflanzt, wobei rund 401.500 Quadratmeter Lebensraum wiederhergestellt und über drei Millionen Quadratmeter Waldlebensraum geschützt werden. TUI Forest Madagascar stärkt fünfzig lokale Baumschulen und schult mehr als 2.200 Gemeindemitglieder in nachhaltigen Wiederaufforstungs- und Waldbewirtschaftungspraktiken. Durch diese Aktivitäten werden die Gemeinden mit den Fähigkeiten und Werkzeugen ausgestattet, die für die Wiederherstellung von Waldökosystemen und deren nachhaltige Bewirtschaftung erforderlich sind. 

Um den Druck auf die Wälder zu verringern, sind zudem tragfähige wirtschaftliche Alternativen für die lokale Bevölkerung erforderlich. Das Projekt unterstützt daher rund 450 landwirtschaftliche Betriebe und fördert agroökologische Anbaumethoden, die die Produktivität steigern und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen schützen. Durch die Förderung diversifizierter einkommensschaffender Aktivitäten und nachhaltiger Anbaumethoden steigert die Initiative die landwirtschaftliche Produktivität und stärkt die Widerstandsfähigkeit der Haushalte, die von Waldökosystemen abhängig sind. 

TUI Forest Madagascar befasst sich zudem mit der hohen Nachfrage nach Holzenergie in der Region, die derzeit einer der Hauptgründe für die Entwaldung ist. Die Gemeindemitglieder werden in verbesserten Verkohlungstechniken und der Nutzung verbesserter Kochherde geschult, was dazu beiträgt, den Holzbedarf für den Energieverbrauch der Haushalte zu senken und gleichzeitig eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Waldressourcen zu fördern. 

Parallel dazu untersucht das Projekt Möglichkeiten zur Entwicklung eines naturbasierten Tourismus und anderer langfristiger Finanzierungsmechanismen, die zur Nachhaltigkeit der von den Menschen vor Ort verwalteten Schutzgebiete beitragen können. Eine Sondierungsstudie bewertet das Potenzial für Ökotourismusaktivitäten im Zusammenhang mit der Tapia-Waldlandschaft und identifiziert Möglichkeiten für Pilotprojekte, die der lokalen Bevölkerung Einnahmen verschaffen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldschutzes stärken können. 

Darüber hinaus werden Verwaltungsstrukturen für die beiden gemeinschaftlich verwalteten Schutzgebiete eingerichtet und gestärkt, wobei mehr als 400 lokale Vertreter*innen in die Bewirtschaftung und Überwachung der Waldressourcen einbezogen werden. Diese Maßnahmen tragen zum Schutz der endemischen Artenvielfalt bei, darunter Arten wie die Borocera-Seidenraupe, deren Überleben von den Tapia-Wäldern abhängt. 

Projektpartner

Planète Urgence ist eine im Jahr 2000 gegründete gemeinnützige Organisation, die sich dafür einsetzt, die lokale Bevölkerung zu befähigen, Wälder und die Artenvielfalt zu schützen. Mit fast 25 Millionen gepflanzten Bäumen in Madagaskar, Indonesien, Kamerun, Peru und Benin verbindet sie Wiederaufforstung mit nachhaltigen Lebensgrundlagen. Ihre Projekte vereinen Wiederaufforstung, die Entwicklung wirtschaftlicher Alternativen, Umweltbildung und eine stärkere gemeindebasierte Verwaltung natürlicher Ressourcen.