
TUI Colourful Cultures UNESCO World Heritage Sites
Das kulturelle Erbe zählt zu den weltweit größten Potenzialen für einen nachhaltigen Tourismus. Von historischen Städten und traditionellem Handwerk bis hin zu Musik, Gastronomie und Geschichtenerzählen schafft Kultur sinnvolle Verbindungen zwischen Besucher*innen und Menschen vor Ort, eröffnet gleichzeitig wirtschaftliche Chancen und stärkt die lokale Identität. Dennoch stehen viele Kulturerbe-Destinationen zunehmend unter Druck durch nicht nachhaltigen Tourismus, eine begrenzte Beteiligung der lokalen Bevölkerung und unzureichende Investitionen in den Schutz und die Förderung des kulturellen Erbes.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben die TUI Care Foundation und die UNESCO im Rahmen des Programms „TUI Colourful Cultures" eine einzigartige Partnerschaft ins Leben gerufen. Die Partnerschaft verbindet die weltweite Expertise der UNESCO im Bereich Denkmalschutz und nachhaltiger Tourismus mit dem Engagement der TUI Care Foundation für die Schaffung florierender Gemeinschaften in Tourismusdestinationen.
Die Initiative basiert auf drei miteinander verknüpften Komponenten, die die Rolle des Kulturerbes als Motor für eine nachhaltige lokale Entwicklung stärken. In Marokko konzentriert sich das Projekt auf die Verbesserung des Besuchererlebnisses und den Schutz des Kulturerbes der UNESCO-Welterbestätte Ksar von Aït Ben Haddou. In Tansania unterstützen die Maßnahmen auf Sansibar die Kreativwirtschaft, den Kulturtourismus und das unternehmerische Engagement junger Menschen im Zusammenhang mit dem Kulturerbe von Stone Town. Eine dritte globale Komponente stärkt die internationale Koordination, Kommunikation und Sichtbarkeit von Initiativen für nachhaltigen Tourismus, die mit UNESCO-Welterbestätten und -Destinationen weltweit verbunden sind. Zusammen zeigen diese Aktivitäten, wie Tourismus zur Erhaltung des Kulturerbes beitragen und gleichzeitig nachhaltige Chancen für Menschen vor Ort schaffen kann.
Die Partnerschaft zwischen der UNESCO und der TUI Care Foundation basiert auf der gemeinsamen Überzeugung, dass Tourismus einen positiven Beitrag zum Schutz des Kulturerbes, zur Stärkung der Menschen vor Ort und zur Schaffung inklusiver wirtschaftlicher Chancen leisten sollte. An vielen Kulturerbestätten hat das Wachstum des Tourismus jedoch nicht immer zu spürbaren Vorteilen für die lokale Bevölkerung oder zu ausreichenden Investitionen in die Erhaltung des kulturellen und natürlichen Erbes geführt. Das Projekt fördert daher Tourismusmodelle, die die lokale Identität würdigen, die Menschen vor Ort direkt einbeziehen und eine langfristige Verantwortung für Kulturerbestätten fördern.
Ein Teil des Projekts konzentriert sich auf die UNESCO-Welterbestätte Ksar von Aït Ben Haddou in Marokko. Aït Ben Haddou steht seit 1987 auf der UNESCO-Welterbeliste und ist eine der bekanntesten Stätten marokkanischer Lehmbaukunst sowie ein wichtiges Symbol der Amazigh-Kultur. Obwohl die Stätte jedes Jahr zahlreiche Besucher*innen anzieht, wird sie häufig nur als kurzer Zwischenstopp und weniger als Ort für eine intensivere kulturelle Auseinandersetzung erlebt. Gleichzeitig bleiben viele Aspekte des materiellen und immateriellen Erbes der Stätte im Besuchererlebnis unterrepräsentiert.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, entwickelt das Projekt eine neue Kulturerbe-Route, die sowohl das architektonische als auch das lebendige kulturelle Erbe des Ksar hervorhebt. Dafür entstehen Informationsschilder, eine mobile App und neue touristische Erlebnisse, die Besucher*innen dazu anregen sollen, sich intensiver mit dem Ort und seinen Traditionen auseinanderzusetzen. Das Projekt unterstützt zudem Schulungsworkshops für Fachkräfte aus der Tourismusbranche, darunter Reiseleiter*innen, Reisebüros und Hotels, um ihnen zu helfen, den Wert des kulturellen Erbes der Stätte besser zu verstehen und zu vermitteln. Parallel dazu erhalten Kunsthandwerker*innen vor Ort Schulungen in den Bereichen Marketing, kulturelle Vermittlung und E-Commerce. Dadurch werden sie dabei unterstützt, Zugang zu Tourismusmärkten zu erhalten und stärker von den Ausgaben der Besucher*innen zu profitieren.
Bis zum Ende des Projekts sollen mindestens 1.000 Besucher*innen und Tourismusfachleute über die Kulturerbe-Route und die mobile App Zugang zu Informationen erhalten. Zudem sollen mindestens zwei neue kulturelle Tourismusangebote entwickelt und in das lokale Tourismusangebot integriert werden. Sechs Schulungsworkshops für Tourismusfachleute sowie spezielle Workshops für mindestens zehn Kunsthandwerker*innen werden die lokalen Kapazitäten für eine nachhaltige Tourismusentwicklung weiter stärken.
Ein zweiter Schwerpunkt der Partnerschaft liegt auf Stone Town auf Sansibar, einem weiteren UNESCO-Welterbe, in dem der Tourismus eine zentrale Rolle für die lokale Wirtschaft spielt. Das Projekt unterstützt junge Kreative, Kulturschaffende und lokale Organisationen dabei, touristische Angebote zu entwickeln, die im lebendigen Kulturerbe Sansibars verwurzelt sind. In Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort verbindet die Initiative den Schutz des Kulturerbes mit der Förderung des Unternehmertums und unterstützt die lokale Bevölkerung dabei, durch den Tourismus bessere wirtschaftliche Chancen zu erschließen.
Zu den Aktivitäten auf Sansibar gehören Schulungsprogramme für junge Menschen und Kulturorganisationen in den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Storytelling, Entwicklung kultureller Unternehmen und gemeindebasiertes Tourismusmanagement. Rund 40 Teilnehmer*innen, mit einem besonderen Fokus auf Frauen und junge Menschen, erhalten praktische Schulungen und Mentoring, um ihre Initiativen im Kulturtourismus weiterzuentwickeln. Das Projekt unterstützt zudem kulturelle Veranstaltungen wie die „Forodhani Nights", kreative Jugendmärkte und Kooperationen mit großen Festivals, darunter das Zanzibar International Film Festival und „Sauti za Busara". Diese Aktivitäten verschaffen lokalen Künstle*rinnen, Darsteller*innen und Unternehmer*innen mehr Sichtbarkeit und schaffen gleichzeitig authentische kulturelle Erlebnisse für Besucher*innen.
Gleichzeitig werden im Rahmen des Projekts fünf auf dem Kulturerbe basierende touristische Erlebnisse gemeinsam entwickelt und gefördert. Dazu gehören Konzepte rund um Kulinarik, Musik, Geschichtenerzählen und Stadtführungen, die das lebendige Kulturerbe Sansibars würdigen. Ein „Heritage Pass" verbindet diese Erlebnisse unter einer gemeinsamen kreativen Tourismusmarke und unterstützt Partnerschaften mit Hotels und Reiseveranstaltern, um den Marktzugang zu verbessern und Besucher*innen stärker einzubeziehen.
Die dritte Komponente der Partnerschaft konzentriert sich auf globale Koordination, Kommunikation und Wissensaustausch. Die UNESCO und die TUI Care Foundation arbeiten zusammen, um den internationalen Dialog über nachhaltigen Tourismus in UNESCO-Destinationen zu stärken. Dazu unterstützen sie die Teilnahme an wichtigen internationalen Veranstaltungen wie den Sitzungen des Welterbekomitees und dem „Africa Sustainable Tourism and Private Sector Forum".
Durch strategische Kommunikationsmaßnahmen, Storytelling-Kampagnen und Initiativen zur internationalen Sichtbarkeit präsentiert die Partnerschaft Beispiele für Tourismusmodelle, die den Erhalt des Kulturerbes und die lokale Entwicklung fördern. Kommunikations- und Digitalkampagnen sowie internationale Veranstaltungen für Interessengruppen tragen dazu bei, die in Marokko und Sansibar gewonnenen Erkenntnisse weiterzugeben und gleichzeitig eine breitere Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen aus dem Tourismussektor, Regierungen, Kulturinstitutionen und der lokalen Bevölkerung zu fördern.
Indem sie den Erhalt des Kulturerbes mit der Stärkung der Menschen vor Ort und einer nachhaltigen Tourismusentwicklung verbindet, zeigt die Partnerschaft zwischen der UNESCO und der TUI Care Foundation, wie Tourismus zu einer treibenden Kraft für den Schutz kultureller Identität, die Sicherung lokaler Lebensgrundlagen und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Kulturerbe-Destinationen weltweit werden kann.
Projektpartner
Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Information widmet.
Die UNESCO setzt Standards, entwickelt Instrumente und baut Wissen auf, um Lösungen für einige der größten Herausforderungen unserer Zeit zu finden und eine Welt mit mehr Gleichheit und Frieden zu fördern.
Der Schutz der biologischen Vielfalt, der Umgang mit künstlicher Intelligenz, die Förderung einer hochwertigen Bildung, der Schutz des Kulturerbes und der Zugang zu verlässlichen Informationen sind einige Beispiele für die Arbeit, die die UNESCO gemeinsam mit ihren 194 Mitgliedstaaten weltweit leistet.




