
TUI Academy Kenya and Zanzibar
Beliebte Tourismusdestinationen wie die Küstenregionen Kenias und Sansibars ziehen Besucher*innen aus aller Welt an. Doch hinter den traumhaften Stränden und der lebendigen Kultur stehen viele einheimische Frauen vor erheblichen Hürden beim Einstieg in den Tourismussektor. Kulturelle Normen, ein begrenzter Zugang zu Bildung sowie fehlende Ausbildungsangebote erschweren es ihnen, vom Wachstum der Branche zu profitieren. Gleichzeitig leidet der Tourismussektor unter einem akuten Mangel an qualifizierten Fachkräften.
Die TUI Academy Kenya und Sansibar begegnet diesen beiden Herausforderungen in Zusammenarbeit mit der GIZ, indem sie Frauen eine praxisnahe Berufsausbildung mit Fokus auf grüne Kompetenzen bietet und sie gezielt mit konkreten Beschäftigungsmöglichkeiten vernetzt. So leistet das Programm einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer inklusiven und umweltbewussten Tourismusbranche.
Der Tourismus zählt zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen in Ostafrika und spielt eine zentrale Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen für die lokale Bevölkerung. In Kenia und Sansibar eröffnet dieses Wachstum eine bedeutende Chance, die Lebensbedingungen in den Küstenregionen zu verbessern, die seit Langem mit Herausforderungen wie unzureichender Infrastruktur und begrenzten wirtschaftlichen Perspektiven konfrontiert sind. Dennoch haben viele Frauen in diesen Regionen weiterhin Schwierigkeiten, Zugang zu Beschäftigung im Tourismussektor zu erhalten. Kulturelle Erwartungen beschränken sie häufig auf häusliche Rollen, während fehlende Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten den Einstieg in den Arbeitsmarkt zusätzlich erschweren.
Gleichzeitig steht die Tourismusbranche vor der dringenden Aufgabe, nachhaltiger zu wirtschaften. Hotels und Tourismusunternehmen sind zunehmend gefordert, umweltfreundliche Praktiken wie Abfallvermeidung, Wassereinsparung und eine effizientere Energienutzung einzuführen, um natürliche Ressourcen zu schützen und die Attraktivität der Reiseziele langfristig zu sichern. Vielen Arbeitskräften fehlen jedoch bislang die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat sich die TUI Care Foundation im Rahmen des übergeordneten Programms „Beschäftigungsförderung von Frauen für die grüne Transformation in Afrika“ (WE4D) mit der GIZ zusammengeschlossen. Ziel der Partnerschaft ist es, Frauen mit den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen auszustatten, um nachhaltige Karrieren im Tourismussektor aufzubauen, und zugleich die Arbeitskräfte auf eine umweltfreundlichere Zukunft vorzubereiten.
Das Projekt beginnt mit einer umfassenden Bedarfsanalyse, um Lücken in bestehenden Schulungs- und Ausbildungsmaterialien zu identifizieren. Auf dieser Grundlage werden die Lehrpläne überarbeitet und aktualisiert, sodass sie sowohl zentrale Kompetenzen im Gastgewerbe als auch einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit vermitteln. Nach einer Marktanalyse werden mehrere Ausbildungszentren sorgfältig ausgewählt, um die Programme umzusetzen. Dabei wird sichergestellt, dass die Zentren angemessen ausgestattet sind und den Anforderungen der Branche entsprechen.
Nach Abschluss der Ausbildung absolvieren die Teilnehmerinnen Praktika in Hotels, um praktische Erfahrungen zu sammeln und einen direkten Übergang in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Insgesamt werden 1.680 Personen an der Berufsausbildung teilnehmen. Mindestens 1.400 Teilnehmende sollen das Programm erfolgreich abschließen, und 840 Absolventinnen werden innerhalb von sechs Monaten nach ihrem Abschluss eine Anstellung finden.
Um sicherzustellen, dass die Ausbildung den Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht, fördert das Projekt einen engen Austausch zwischen Tourismusunternehmen und Ausbildungszentren. Dazu gehören Besuche in der Branche, Gastvorträge und Mentoring-Angebote, die den Auszubildenden einen direkten Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen und den Unternehmen helfen, gezielt die benötigten Fähigkeiten zu entwickeln.
Über die reine Ausbildung hinaus schafft das Projekt auch Möglichkeiten für regionalen und internationalen Austausch. Lehrkräfte und die besten Absolventinnen nehmen an Studienreisen zwischen Kenia und Sansibar teil, um aus unterschiedlichen Kontexten zu lernen und bewährte Verfahren auszutauschen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zudem auf globalen Tourismusveranstaltungen präsentiert, um zu zeigen, wie dieser Ansatz in anderen Regionen adaptiert und skaliert werden kann.
Durch die Kombination von wirtschaftlicher Stärkung von Frauen und Nachhaltigkeit eröffnet die Initiative Frauen die Möglichkeit, eine sinnvolle Karriere im Tourismus aufzubauen, unterstützt Unternehmen dabei, umweltfreundlicher zu wirtschaften, und trägt zum Schutz der natürlichen Schönheit bei, die Ostafrika zu einem so besonderen Reiseziel macht.
Projektpartner
Als Dienstleisterin der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationalen Bildungsarbeit engagieren wir uns weltweit für eine lebenswerte Zukunft. Wir haben mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Feldern, von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über Energie- und Umweltthemen bis hin zur Förderung von Frieden und Sicherheit. Das vielfältige Know-how des Bundesunternehmens GIZ wird rund um den Globus nachgefragt – von der deutschen Bundesregierung, Institutionen der Europäischen Union, den Vereinten Nationen, der Privatwirtschaft und Regierungen anderer Länder. Wir kooperieren mit Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und wissenschaftlichen Institutionen und tragen so zu einem erfolgreichen Zusammenspiel von Entwicklungspolitik und weiteren Politik- und Handlungsfeldern bei. Unser Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Alle Auftraggeber und Kooperationspartner schenken der GIZ ihr Vertrauen, Ideen für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen mit ihnen gemeinsam zu entwickeln, konkret zu planen und umzusetzen. Als gemeinnütziges Bundesunternehmen stehen wir für deutsche und europäische Werte. Gemeinsam mit unseren Partnern in den nationalen Regierungen weltweit sowie mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft arbeiten wir flexibel an wirksamen Lösungen, die Menschen Perspektiven bieten und deren Lebensbedingungen dauerhaft verbessern.
Die GIZ hat ihren Sitz in Bonn und Eschborn. Unser Geschäftsvolumen betrug im Jahr 2024 rund 4 Milliarden Euro. Von den 24.530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in knapp 120 Ländern sind mehr als 65 Prozent als Nationale Mitarbeitende vor Ort tätig. Als anerkannter Träger des Entwicklungsdienstes entsenden wir derzeit 224 Fachkräfte im Entwicklungsdienst. Darüber hinaus hat die GIZ im Jahr 2024 74 Integrierte und 31 Rückkehrende Fachkräfte an lokale Arbeitgeber in den Einsatzländern vermittelt beziehungsweise finanziell oder durch Beratungs- und Serviceleistungen unterstützt.




