
Destination Zero Waste Cancun
Die florierende Tourismusbranche in Mexiko bringt viele Vorteile für die lokale Bevölkerung mit sich. Allerdings ist sie auch ein großer Verursacher von Einwegabfällen, insbesondere von Glas und Kunststoff. Cancún beispielsweise hat eine der höchsten Pro-Kopf-Abfallquoten in Mexiko. Ein Großteil der schlecht entsorgten Abfälle aus dem Tourismussektor landet im Meer, an den Küsten oder in unterirdischen Flüssen. Dies hat negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung. Im Bundesstaat Quintana Roo werden nur 11 % aller Abfälle recycelt, und insbesondere Holbox und Isla Mujeres stehen als kleine Inselreiseziele vor zusätzlichen Herausforderungen. Ihre Kapazitäten im Bereich der Abfallwirtschaft sind begrenzt, zudem mangelt es an geeigneten Endlagerstätten.
Die TUI Care Foundation setzt sich in der Küstenregion aktiv gegen Einwegkunststoffe ein und stärkt den Übergang zu einem geschlossenen Kreislauf aus Recycling, Verwertung und Rückgewinnung.
Der Tourismus auf der Halbinsel Yucatán boomt und ist in den letzten Jahren exponentiell gewachsen, insbesondere im Bundesstaat Quintana Roo, der für seine unterirdischen Flüsse und Cenoten bekannt ist. Die städtische Infrastruktur zur Unterstützung dieses Wachstums hat jedoch nicht im gleichen Tempo Schritt gehalten, was sich nun auf die Umwelt und die natürlichen Ressourcen der Region auswirkt. Da die meisten Tourismusunternehmen klein sind, verfügen sie zudem über weniger Management- und Organisationskapazitäten für die Abfallbewirtschaftung, und auf kleinen Inseln fehlen dauerhafte Abfallentsorgungsanlagen. Es gibt auch nur sehr wenige verlässliche Daten über das Ausmaß des Problems und darüber, wie diese Auswirkungen geschützt und bewältigt werden können.
Destination Zero Waste Cancun trägt zur Lösung dieses Problems bei, indem es 350.000 kg Plastik und Glas sammelt. Davon werden 50 % recycelt und 25 % sogar upcycelt.
Um der bisherigen Datenlücke in der Abfallwirtschaft zu begegnen, wurde eine erste Umfrage unter Hotels und Tourismusunternehmen in der Region durchgeführt. Sie liefert verlässliche Erkenntnisse über Erzeugung, Zusammensetzung und Verwertung fester Abfälle im Tourismussektor von Cancún – vom Recycling bis zum Upcycling. Diese Informationen helfen den beteiligten Akteuren dabei, gezielter und wirkungsvoller gegen das Abfallproblem vorzugehen.
Im Rahmen des Projekts wird Cancúns erstes Zentrum für Tourismus und Kreislaufwirtschaft mit einem praxisorientierten Lernansatz geschaffen. Damit werden der Dialog und bewährte Verfahren für eine nachhaltige Abfallwirtschaft gefördert, an denen sich mindestens 30 lokale Unternehmen aus Cancún sowie den Inseln Holbox und Isla Mujeres beteiligen. 15 dieser Tourismusunternehmen werden den Leitfaden und Aktionsplan „Weniger Plastik“ umsetzen, um Einwegkunststoffe zu identifizieren, zu messen und zu reduzieren. Ein jährliches Zero Waste Forum bietet in Zusammenarbeit mit lokalen Tourismusverbänden Schulungen und Konferenzen für lokale Tourismusunternehmen an.
Außerdem finden Aufräumaktionen statt, um die Strände, Mangroven, Meeresböden und Cenoten an unterversorgten Standorten zu verbessern. Die dabei gesammelten Materialien werden anschließend recycelt oder upcycelt. Durch ansprechende Kommunikationskampagnen wird erwartet, dass sich 2.000 lokale und internationale Urlauber*innen freiwillig an den Initiativen beteiligen.
Zusätzlich werden lokale Upcycling-Unternehmen, darunter Hotels, Restaurants und Reiseveranstalter, durch gezielte Schulungen und den Aufbau von Netzwerken im lokalen Recycling-Ökosystem unterstützt. Es wird erwartet, dass sechs lokale Unternehmen am Trainingsprogramm teilnehmen und 50 Personen eine entsprechende Schulung erhalten.
Projektpartner
Sustentur ist auf die Konzeption, Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger und sozialer Tourismusprojekte spezialisiert. Das Unternehmen hat mehr als 100 Projekte für nationale und internationale Institutionen entwickelt, darunter UNDP, WWF, GIZ, die Zentralamerikanische Kommission für Umwelt und Entwicklung sowie für verschiedene Tourismus- und Umweltbehörden auf internationaler, nationaler, bundesstaatlicher und kommunaler Ebene, private Unternehmen, NGOs und ländliche und indigene Gemeinschaften. Durch ihre Arbeit hat die Organisation fünfzehn Länder und alle 32 Bundesstaaten Mexikos erreicht, die Konsolidierung von sechs nachhaltigen Tourismusdestinationen unterstützt und mehr als 20.000 Tourismus- und Nachhaltigkeitsexperten geschult.




