TUI Turtle Aid Greece

Das langfristige Überleben der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeer hängt von wirksamen Naturschutzmaßnahmen ab. Dazu gehört insbesondere der Schutz ihrer Nistgebiete. Die touristische Erschließung in der Nähe von Niststränden kann erhebliche Auswirkungen auf die dort nistenden Meeresschildkröten haben. In den kretischen Städten Rethymno und Chania ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang der Zahl registrierter Nester zu verzeichnen.

TUI Turtle Aid Greece stärkt das Engagement der Tourismusbranche für den Schutz der Meeresschildkröten. Dazu schützt das Projekt Jungtiere, sensibilisiert Tourist*innen und Menschen vor Ort und führt ein Zertifizierungssystem für schildkrötenfreundlichen Tourismus für Strandbetriebe an der Nordküste Kretas ein.

Im Norden Kretas haben Küstenerosion, der Klimawandel und die deutliche Zunahme von Strandbetrieben in Rethymno und Chania die Überlebenschancen der lokalen Meeresschildkrötenpopulation verringert. Insbesondere halten sich die Betriebe nicht immer an die Richtlinien zur Vermeidung von Lichtverschmutzung oder entfernen ihre Strandmöbel nach Sonnenuntergang. Dadurch wird das Nisten am Strand für die Schildkröten erheblich erschwert. Ohne die aktive Beteiligung der Tourismusbranche am Schildkrötenschutz könnte die Zukunft dieser gefährdeten Art weiter beeinträchtigt werden.

Aufbauend auf den Erfolgen früherer gemeinsamer Programme der TUI Care Foundation und ARCHELON befindet sich „TUI Turtle Aid Greece“ nun in der vierten Umsetzungsphase. Das einjährige Projekt schützt 18.000 Jungtiere aus 250 Nestern durch tägliche Erhebungen und ein aktives Nestmanagement an den Stränden von Chania und Rethymno. Acht Strandunterkünfte, die in der vorherigen Projektphase die TUI-Zertifizierung „Turtle Friendly Tourism“ erhalten haben, werden dabei unterstützt und beraten, weiterhin schildkrötenfreundliche Praktiken umzusetzen. Darüber hinaus sensibilisieren 20 weitere Strandbetriebe ihre Mitarbeiter*innen und Besucher*innen für den Schutz der Meeresschildkröten.

Im Rahmen gezielter Bildungsmaßnahmen bietet das Programm außerdem Schulungen zum Meeresschutz für 840 Menschen vor Ort an, darunter 500 Schulkinder aus zehn örtlichen Schulen. Darüber hinaus werden 20.000 Menschen, darunter 18.000 Tourist*innen und 2.000 Menschen aus der lokalen Bevölkerung, für einen schildkrötenfreundlichen Tourismus sensibilisiert. An zwei Informationsständen finden öffentliche Vorträge, Strandausgrabungen und geführte Strandspaziergänge statt.

Projektpartner

ARCHELON, die griechische Gesellschaft zum Schutz der Meeresschildkröten, setzt sich für den Schutz der Meeresschildkröten und ihrer Lebensräume in Griechenland ein. Dazu führt die Organisation Monitoring und Forschungsarbeiten durch, entwickelt und implementiert Managementpläne, stellt Lebensräume wieder her, sensibilisiert die Öffentlichkeit und rehabilitiert kranke und verletzte Schildkröten.