TUI Junior Academy South Africa

Der Klimawandel in Südafrika hat tiefgreifende Auswirkungen und stellt die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen. Diese Herausforderungen wirken sich auch auf den Alltag von ressourcenarmen Schulgemeinschaften aus. Viele Schulen befinden sich in einem Umfeld, das durch Umweltverschmutzung, einen Mangel an Grünflächen und begrenzte Möglichkeiten für praktisches Lernen im Bereich Umwelt gekennzeichnet ist. Obwohl junge Menschen direkt von diesen Bedingungen betroffen sind, haben sie oft nur geringen Einfluss auf Entscheidungsprozesse. 

Die TUI Junior Academy South Africa reagiert darauf mit einer Stärkung der Umweltbildung und der Schüler*innen-Beteiligung an öffentlichen Schulen. Die zweite Phase des Projekts baut auf den Erfolgen der ersten Phase auf und erweitert deren Reichweite und Tiefe. Ziel ist es, Schüler*innen der 9. Klasse mit dem Wissen, den Fähigkeiten und dem Selbstvertrauen auszustatten, um Umweltprobleme zu verstehen und in ihren Schulen und Nachbarschaften aktiv zu werden. Das Projekt stärkt die Schüler*innen, indem es sie als Changemaker positioniert, die Kampagnen, Umweltclubs und Gemeinschaftsinitiativen leiten. Langfristig stärkt dieser Ansatz die Schulen, fördert aktives bürgerschaftliches Engagement und verbindet Umweltschutz mit zukünftigen Lebensgrundlagen. 

Viele Township-Schulen in Südafrika befinden sich in Gebieten, die von Umweltvernachlässigung, informeller Müllablagerung und begrenztem Zugang zu sauberen Außenbereichen geprägt sind. Die Schulen sind oft überfüllt und verfügen über zu wenige Ressourcen, sodass der Umweltbildung außerhalb des Klassenzimmers nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zwar sind sich die Schüler*innen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels bewusst, doch fehlen ihnen strukturierte Möglichkeiten zum Handeln. Gleichzeitig verschärft die Umweltzerstörung die soziale Verwundbarkeit und beeinträchtigt Gesundheit, Sicherheit und Lernbedingungen. Der Klimawandel verstärkt diese Belastungen zusätzlich. Ohne nachhaltige, von Lernenden getragene Initiativen, die von Schulen und der Zivilgesellschaft unterstützt werden, bleibt die Umweltbildung fragmentiert. 

Die erste Phase der TUI Junior Academy South Africa, die 2025 abgeschlossen wurde, wurde über ein landesweites Changemaker-Netzwerk umgesetzt. In dieser Phase erreichte das Projekt rund 200.000 Schüler*innen an 200 Schulen in ganz Südafrika. Insgesamt wurden 1.200 Schüler*innen zu Changemakern ausgebildet und leiteten schulweite Kampagnen zu Umweltbewusstsein und zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Evaluierungsergebnisse zeigten deutliche Verhaltensänderungen: Die meisten Teilnehmenden berichteten von gesteigerter Motivation, verbesserten Alltagsgewohnheiten und konkreten Maßnahmen wie Recycling und Baumpflanzungen. 

In der zweiten Phase des Projekts werden jedes Jahr etwa 32.000 Schüler*innen der 9. Klasse an 160 weiterführenden Schulen erreicht, die an Sensibilisierungsveranstaltungen teilnehmen, in denen Umweltprobleme und bürgerschaftliches Engagement thematisiert werden. Aus jeder Klasse wählen die Schüler*innen Mitschüler*innen als „Changemaker" aus. Über einen Zeitraum von zwei Jahren erhalten 1.600 Schüler*innen eine umfassende Schulung in Umweltbewusstsein, Führungsqualitäten und Kampagnengestaltung. Sie fungieren als „Öko-Champions" und leiten jährliche schulweite Umweltkampagnen, die schätzungsweise 160.000 Schüler*innen an den teilnehmenden Schulen erreichen. Dieser Ansatz stärkt die Eigenverantwortung der Schüler*innen, fördert ihr Engagement und trägt dazu bei, ein positiveres Schulklima zu schaffen, während gleichzeitig umweltbewusstes Denken in den Schulalltag integriert wird. 

Im Rahmen des Projekts werden zudem in allen 160 Schulen Öko-Clubs gegründet, die über Kampagnen hinaus Raum für regelmäßiges Engagement schaffen. Jeder Öko-Club bringt Changemaker und andere Lernende zusammen und wächst im Laufe der Zeit. Die Clubs konzipieren und realisieren gemeinnützige Aktionsprojekte; über die gesamte Projektlaufzeit hinweg werden 80 Projekte unterstützt. Dazu gehören praktische Initiativen zur Verbesserung des Schulgeländes oder der Nachbarschaft. Ein neues Element dieser Phase verbindet Umweltschutz mit wirtschaftlichen Chancen durch Ökotourismus-Kampagnen, unterstützt durch lernerfreundliche Unterrichtsmaterialien. Neben den Aktivitäten der Schüler*innen werden 160 Lehrkräfte, 40 Bezirksbeamt*innen sowie 80 Vertreter*innen der Zivilgesellschaft geschult. Dies stellt sicher, dass Schulen und Partnerorganisationen die Aktivitäten aufrechterhalten, die Lernenden effektiv anleiten und die Umweltbildung über den Projektzeitraum hinaus fortsetzen können. 

Projektpartner

Masifunde ist eine 2004 gegründete Nichtregierungsorganisation, die Entwicklungsprogramme für Kinder und Jugendliche in Nelson Mandela Bay, Südafrika, durchführt. Die Arbeit von Masifunde wird von der Vision einer geeinten Gesellschaft getragen, in der jeder durch hochwertige Bildung befähigt wird, sich proaktiv und selbstbewusst in gesellschaftliche Belange einzubringen und so positive Veränderungen im eigenen Leben und im Leben anderer anzustoßen.