
TUI Junior Academy Gambia
In Gambia wirkt sich der Klimawandel zunehmend auf die Umwelt aus: Flüsse schrumpfen, Wälder verschwinden und Felder trocknen aus. Dennoch lernen Schulkinder, die wichtige Hüter*innen unseres Planeten sind, nur selten etwas über den Klimawandel oder darüber, wie sie darauf reagieren können. Umweltbildung fehlt häufig im nationalen Lehrplan, und vielen Lehrkräften fehlt die Ausbildung, um Klimathemen zu vermitteln. Bislang erreichen nur wenige vereinzelte Initiativen die Schüler*innen.
Die TUI Junior Academy Gambia setzt genau an dieser Lücke an und fördert praxisorientiertes Engagement für den Klimaschutz. 300 Schüler*innen aus 30 Schulen nehmen an regionalen Bootcamps teil, die interaktive Einheiten zu Themen wie Entwaldung, nachhaltiger Landwirtschaft und Abfallwirtschaft mit Exkursionen zu Orten wie dem Tanji-Vogelschutzgebiet und dem Kiang-West-Nationalpark verbinden. Darüber hinaus erhalten 30 Lehrkräfte spezielle Schulungen, um Umweltbildung in den täglichen Unterricht zu integrieren und die Rolle junger Menschen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen weiter zu stärken.
Das Projekt unterstützt zudem indirekt weitere 7.500 Schüler*innen durch gestärkte Umweltclubs und praxisorientierte Projekte, die an jeder teilnehmenden Schule finanziert werden. Zusätzlich beteiligen sich 200 Frauen aus vier benachbarten Gemeinden an Klimageschichten, die durch die Solarfilme von Green-Up ermöglicht werden.
Die TUI Junior Academy Gambia schließt eine dringende Lücke: Die meisten Schulkinder wachsen mit den Auswirkungen des Klimawandels auf, ohne jemals eine strukturierte und lehrplanbezogene Bildung zu erhalten, die ihnen hilft, diese Veränderungen zu erkennen, zu verstehen und darauf zu reagieren.
In Gambia zeigt sich der Klimawandel bereits durch unregelmäßigere Niederschläge, häufige Dürren, Bodendegradation, Küstenerosion und Überschwemmungen. Dennoch sind Umwelt- und Klimathemen bislang nicht vollständig in den nationalen Lehrplan integriert, und viele Schulen verlassen sich auf gelegentliche Umweltclubs oder externe Kampagnen, die nur eine begrenzte Zahl von Schüler*innen für kurze Zeit erreichen. Dadurch verlässt eine Generation, die voraussichtlich ihr gesamtes Leben unter zunehmendem Klimadruck verbringen wird, die Schule häufig ohne das Wissen, die Fähigkeiten und die Einstellungen, die erforderlich sind, um sich anzupassen, lokale Ökosysteme zu schützen oder Chancen in aufstrebenden grünen und nachhaltigen Sektoren zu nutzen.
Die TUI Junior Academy Gambia begegnet dieser Herausforderung mit verschiedenen Ansätzen, die Kinder, Lehrkräfte und die lokale Bevölkerung in den Mittelpunkt des Lernens und Handelns zum Thema Klima stellen.
In enger Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen arbeitet das Projekt mit Schulen in sechs Regionen zusammen und sorgt so von Anfang an für geografische Ausgewogenheit und institutionelle Eigenverantwortung. In jeder Schule werden zehn Schüler*innen im Alter von 10 bis 15 Jahren sowie eine koordinierende Lehrkraft für die Teilnahme an dreitägigen regionalen Bootcamps nominiert. Dadurch entsteht an jeder Schule ein Kernteam, das als Multiplikator wirkt.
In immersiven und interaktiven Formaten setzen sich die Schüler*innen mit Themen wie Klimawandel, Wäldern, Biodiversität, Wasser und Abfall auseinander, unter anderem durch Spiele, Gruppenarbeit, Geschichtenerzählen und praktische Übungen, die globale Konzepte mit lokalen Realitäten wie Ernteausfällen, Abholzung und Plastikverschmutzung verknüpfen. Jedes Bootcamp beinhaltet zudem einen Ausflug zu einem wichtigen Naturgebiet, etwa dem Tanji-Vogelschutzgebiet, dem Abuko-Naturreservat oder dem Kiang-West-Nationalpark, wo Schüler*innen sowie Lehrkräfte die betroffenen Ökosysteme, Arten und Landschaften unmittelbar erleben können. Begleitet werden sie dabei von Expert*innen, die ihnen helfen, das Erlebte mit Klimawissenschaft und Naturschutz in Verbindung zu bringen.
Der Aufbau von Kompetenzen bei Lehrkräften ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Umweltbildung über einmalige Veranstaltungen hinaus fortgeführt wird. 30 koordinierende Lehrkräfte, jeweils eine pro teilnehmender Schule, nehmen an einer „Train-the-Trainer"-Veranstaltung teil. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wissen zum Klimawandel sowie auf praktischen Instrumenten und Unterrichtsmethoden zur Integration von Umweltthemen in den regulären Unterricht. Die Teilnehmenden lernen altersgerechte Methoden zur Vermittlung komplexer Themen kennen, üben die Moderation von Diskussionen und von Schüler*innen geleiteten Projekten und entwickeln gemeinsam Unterrichtsideen und Aktivitätspläne, die in Naturwissenschaften, Sozialkunde und andere Fächer eingebunden werden können.
Die Schulen werden zu Vorzeigestandorten für praktisches Klimaschutzhandeln: Jede der teilnehmenden Schulen erhält einen kleinen Zuschuss zur Umsetzung eines Umweltprojekts, das gemeinsam von Lehrkräften sowie Schüler*innen entwickelt wird. Dazu gehören unter anderem Baumschulen und Schulgärten. Diese Projekte bieten den Schüler*innen tägliche praktische Möglichkeiten, das im Bootcamp Gelernte anzuwenden, es mit ihren Mitschüler*innen zu teilen und sichtbare Ergebnisse in Form grünerer Schulgelände und einer saubereren Umgebung zu erleben.
Die TUI Academy Gambia legt zudem einen Schwerpunkt auf die Sensibilisierung und Einbindung der breiteren Bevölkerung, insbesondere von Frauen, die häufig Haushaltsressourcen verwalten und landwirtschaftliche Tätigkeiten unterstützen. In vier Gemeinden mit teilnehmenden Schulen werden Dialogveranstaltungen im Freien und Erzählrunden organisiert, bei denen die Teilnehmenden zusammenkommen, um ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen des Klimawandels zu teilen und Möglichkeiten zur Anpassung und Eindämmung zu diskutieren.
Audiovisuelle Klimageschichten, die mithilfe eines solarbetriebenen mobilen Wagens präsentiert werden, helfen den Teilnehmenden dabei, lokale Herausforderungen wie Ernteausfälle oder Wasserknappheit mit übergeordneten Klimatrends in Verbindung zu bringen, und schaffen Raum für den Austausch über praktische Veränderungen im Alltag. Neben Baumpflanzaktionen und Umweltclubs stärken diese Gemeinschaftsveranstaltungen die soziale Unterstützung für die schulbasierten Projekte, ermutigen Familien dazu, positive Verhaltensweisen zu fördern, und schaffen einen Austauschprozess, in dem Kinder und Erwachsene voneinander lernen.
Insgesamt profitieren 300 Schüler*innen aus 30 Schulen direkt von einem verbesserten Zugang zu Umweltbildung durch sechs regionale Bootcamps und entsprechende Exkursionen. Darüber hinaus profitieren rund 7.500 weitere Schüler*innen von Folgeaktivitäten und Peer-Learning.
30 Lehrkräfte, darunter mindestens 15 Frauen, werden in einem speziellen Workshop zu Umweltbildung und Moderation geschult. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, Klimathemen in den Unterricht zu integrieren, Umweltclubs zu unterstützen und Umweltinitiativen an ihren Schulen langfristig aufrechtzuerhalten.
Es werden schulische Rahmenbedingungen geschaffen, die das Lernen zum Thema Klima fördern und sicherstellen, dass das im Rahmen des Projekts vermittelte Wissen und die Methoden auch in Zukunft bei neuen Schülergenerationen angewendet werden.
Projektpartner
Green-Up Gambia ist eine 2016 gegründete, von Jugendlichen geführte Umweltorganisation mit Sitz in Banjul, die an der Schnittstelle von Klimaschutz, nachhaltiger Entwicklung und gemeindebasiertem Naturschutz tätig ist. Durch Initiativen wie die „One Million Trees Campaign“, die sich an der „Great Green Wall“ der Afrikanischen Union orientiert, hat die Organisation über 140.000 Bäume gepflanzt, rund 28 Hektar degradiertes Land renaturiert und mehr als 5.000 Schüler*innen durch grüne Schulclubs und Umweltprogramme eingebunden. Ihre Arbeit verbindet zudem ökologische Renaturierung mit kulturellem Erbe und sozialem Gedächtnis.




