
TUI Futureshapers Colombia
Nach mehr als 60 Jahren innerstaatlicher militärischer Auseinandersetzungen wurde 2016 in Kolumbien ein bahnbrechendes Friedensabkommen zwischen der FARC-Guerilla und der nationalen Regierung geschlossen. Das Ende des Konflikts brachte dem Land Frieden und eröffnete vielen zuvor isolierten und benachteiligten Regionen neue Entwicklungsmöglichkeiten. Jetzt haben diese Regionen die einmalige Gelegenheit, von der Entwicklung des Tourismus zu profitieren, um ihren Gemeinden eine nachhaltige Lebensgrundlage zu sichern und gleichzeitig über 14.000 ehemalige Guerilla-Kämpfer*innen wieder in das zivile Leben zu integrieren.
TUI Futureshapers Colombia stattet kommunale Tourismusorganisationen mit Fähigkeiten, Hilfsmitteln und Ressourcen aus, die für die Wiedereingliederung von Gemeinden nach einem Konflikt erforderlich sind. Das Programm konzentriert sich auf fünf lokale Organisationen in den Regionen Guaviare, Meta, Caquetá, Cundinamarca und Bolívar. Dort ist der Tourismus bereits eine etablierte wirtschaftliche Alternative und generiert Einnahmen für diese Regionen im Wandel. Das Projekt verbindet diese fünf Reiseziele mit neuen internationalen Märkten und dient als Orientierung für andere Organisationen, die in benachteiligten Regionen Kolumbiens im Tourismus tätig sind.
TUI Futureshapers Colombia arbeitet mit fünf lokalen Organisationen zusammen, die über die ehemaligen Konfliktgebiete des Landes verteilt sind. Sie bieten authentische touristische Erlebnisse und damit Lebensgrundlagen für Gemeinden in diesen einst isolierten Regionen. Zu den Projekten gehören Rafting-Abenteuer, die von ehemaligen Guerillakämpfer*innen geleitet und organisiert werden, die Erkundung der afro-kolumbianischen Kultur in einem Fischerdorf sowie geführte Touren zu Zielen abseits der normalen Touristenroute, zum Beispiel auf Pfaden außerhalb von Bogotá im Stadtteil Ciudad Bolívar.
Das Projekt hilft 50 Personen dabei, Fähigkeiten aufzubauen. Diese Gruppe setzt sich hauptsächlich aus Landwirt*innen, Unterzeichner*innen des Friedensabkommens und indigenen Personen zusammen. In Schulungsräumen, den sogenannten Creation Labs, werden spezielle Kenntnisse über Betriebsabläufe, Aufbau von Partnerschaften, Unternehmensführung und Management im Tourismusbereich vermittelt. Die Teilnehmer*innen haben außerdem Zugang zu maßgeschneiderten persönlichen oder online geführten Mentor*innengesprächen, die von Expert*innen aus dem gesamten TUI-Geschäftsumfeld durchgeführt werden. Die von den Mentor*innen behandelten Fachthemen können variieren und Bereiche wie digitales Marketing, Content-Erstellung, Storytelling und Managementtechniken umfassen.
Das Projekt umfasst auch eine Sensibilisierungskomponente und stärkt die Sicherheitsvorschriften in Gebieten, die zuvor von Konflikten betroffen waren. Außerdem hilft es, innerhalb der Organisationen Fähigkeiten aufzubauen, aber auch nach außen Partnerschaften auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu etablieren. Dazu gehört die Teilnahme an Tourismusmessen in der Hauptstadt Bogotá, um die Organisationen dem breiteren Tourismusmarkt vorzustellen.
Um das Wissen über Betriebsabläufe zu erweitern, werden eine Reihe von „Business Interaction Summits“ organisiert, bei denen eine Geschäfts- und Kommunikationsstrategie entwickelt wird. An diesen beteiligen sich neben den fünf am Programm teilnehmenden Organisationen, zusätzlich 15 weitere Organisationen, die zusammen das Tourism & Peace Network bilden. Im Rahmen dieser Veranstaltungen erhalten Führungskräfte aus jeder Organisation eine spezielle Schulung und arbeiten in gemeinschaftlichen Räumen, um gemeinsame Strategien für die Zukunft des Netzwerks und ihrer Unternehmungen zu entwickeln.
Um zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten, wird das Programm von einem Forschungsprojekt begleitet, das eine Modellmethodik für Tourismus- und Friedensinterventionen erstellt und Wissen über die Beziehung zwischen Tourismus und Frieden in Kolumbien generiert.
Projektpartner
Die V Social Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die seit über 20 Jahren die Entwicklung lokaler Organisationen in Tourismusdestinationen unterstützt. Ziel der Stiftung ist es, zur kulturellen Toleranz und zum internationalen Verständnis beizutragen, die Lebensbedingungen in verschiedenen Regionen weltweit zu verbessern und die lokale Bevölkerung solidarisch zu unterstützen, wobei ihre kulturellen Werte respektiert werden. Das Ziel, das sie gemeinsam mit den lokalen Organisationen verfolgen, ist es, den Tourismus als Motor zur Einkommensdiversifizierung zu nutzen und die territoriale und finanzielle Autonomie ihrer Gemeinden zu stärken. Die unterstützten Projekte fördern den Erhalt der Kultur, den Naturschutz, die Gleichstellung der Geschlechter und die Ausbildung von Jugendlichen. V Social ist erfolgreich, weil es sowohl die lokalen Entwicklungsbedürfnisse als auch die Anforderungen versteht, die an die Pflege sinnvoller menschlicher Beziehungen durch Reisen gestellt werden.





