TUI Futureshapers Albania

Das zweijährige Projekt TUI Field to Fork Tanzania umfasst sowohl die Simiyu-Region im Serengeti-Ökosystem als auch die nordöstliche Kilimandscharo-Region. Obwohl diese Gebiete jährlich fast eine Million Touristen anziehen, lebt über die Hälfte der lokalen Bevölkerung unter der internationalen Armutsgrenze von 2,15 US-Dollar pro Tag. Die ländlichen Gemeinden sind stark von Landwirtschaft und Viehzucht abhängig, stehen jedoch vor großen Herausforderungen wie Bodendegradation, unvorhersehbaren Wetterbedingungen und Ernteschäden durch Wildtiere. Dies führt zu sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen und unsicheren Einkommen. Frauen sind besonders betroffen, da ihnen häufig der Zugang zu Bildung, Kapital und grundlegenden unternehmerischen Fähigkeiten fehlt.

Das Projekt stärkt diese Frauen durch technische Schulungen in den Bereichen Landwirtschaft, Klimaresilienz und Unternehmertum. Zudem werden durch die Vernetzung mit dem Tourismussektor bessere Einkommensmöglichkeiten und ein einzigartiges „Field to Fork“-Tourismusangebot geschaffen. Diese Initiative fördert die Gleichstellung der Geschlechter, die wirtschaftliche Entwicklung, den Umweltschutz und den nachhaltigen Tourismus – und verbessert letztlich die Lebensgrundlagen benachteiligter Frauen und ihrer Gemeinden.

Der Tourismussektor in Albanien wächst schnell, insbesondere in den städtischen und küstennahen Gebieten. Die ländlichen Regionen bleiben jedoch hinterher und haben Schwierigkeiten, mit den hohen Qualitätsstandards mitzuhalten, die internationale Urlauber*innen erwarten. Viele lokale Unternehmen scheitern daran, die steigenden Anforderungen im Tourismus zu erfüllen und wirtschaftlich zu bestehen. TUI Futureshapers Albania setzt hier an und konzentriert sich auf drei Schlüsselbereiche: Outdoor-Tourismus (wie Wandern und Radfahren), Agrartourismus und die Entwicklung touristischer Dörfer.

Im Laufe von zwei Jahren konzentriert sich das Projekt auf 200 KKMUs, die entlang wichtiger touristischer Routen liegen, darunter der Schäferpfad, die Trans-Dinarica-Radroute und der High Scardus Trail. Diese Routen, reich an Natur und kulturellem Erbe, bieten einzigartige Möglichkeiten für nachhaltigen Tourismus. Das Projekt bietet diesen Unternehmen maßgeschneiderte Schulungsprogramme, um ihr Gastgewerbe und ihre Gastronomie zu verbessern, mit Schwerpunkten wie Lebensmittelsicherheit, Abfallmanagement und Kundenservice. Durch diesen Kapazitätsaufbau trägt das Projekt zur Schaffung von 400 Arbeitsplätzen bei.

TUI Futureshapers Albania wird in drei Phasen umgesetzt. Zunächst erfolgt eine umfassende Bedarfsanalyse, um die Lücken in der Servicequalität und betrieblichen Effizienz der KKMUs zu identifizieren. Diese Analyse konzentriert sich auf Pensionen, Agrartourismusbetriebe, lokale Produzenten und andere Unternehmen, die den Tourismussektor unterstützen. Die zweite Phase entwickelt auf den identifizierten Bedürfnissen basierende Schulungspakete. Diese umfassen individuelles Coaching, Gruppenworkshops und B2B-Veranstaltungen zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen lokalen Produzent*innen und Tourismusbetreiber*innen. Zusätzlich unterstützt ein Sichtbarkeitsplan die Vermarktung der KKMUs. Dazu gehören Zertifizierungen für die Teilnehmer*innen sowie Werbeaktivitäten, die ihre Erfolgsgeschichten hervorheben.

Durch die Verbesserung der Servicestandards und die Förderung nachhaltiger Tourismuspraktiken hilft das Projekt, Albanien sich als internationales Reiseziel zu positionieren und den Tourismus über die Sommersaison hinaus auf ländliche Gebiete auszudehnen. Die erweiterten Fähigkeiten führen zu höheren Einkommensmöglichkeiten für die lokalen Gemeinden und fördern langfristiges Wirtschaftswachstum.

Projektpartner

Das Sustainable Rural Development Program (SRD II), durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) in Albanien, engagiert sich dafür, die Wettbewerbsfähigkeit und das Einkommen in den ländlichen Gebieten Albaniens durch innovative Ansätze in der Landwirtschaft und im ländlichen Tourismus, zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Regierung fördert SRD II nachhaltiges Wachstum und unterstützt Albaniens Fortschritt auf dem Weg zum EU-Beitritt. Das Programm kämpft für eine florierende ländliche Wirtschaft, in der moderne landwirtschaftliche Praktiken und dynamische Tourismussektoren die nachhaltige Entwicklung, grünes Wachstum und digitale Transformation vorantreiben.

SRD II setzt Prioritäten auf umweltfreundliche und wirtschaftlich tragfähige Praktiken und arbeitet eng mit dem Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, dem Ministerium für Tourismus und Umwelt, Unternehmen und der Zivilgesellschaft zusammen, um ländliche Wertschöpfungsketten zu stärken. Es fördert die Zusammenarbeit und die Erweiterung erfolgreicher Modelle im ländlichen Tourismus und führt landwirtschaftliche Innovationen in Bereichen von Gemüse, Obst und Milchprodukte ein. Das Programm schafft ein förderliches Umfeld für ländliche Unternehmen, indem es öffentliche und private Dialoge unterstützt, um die Politik an die EU-Standards anzugleichen. Finanziert von den Regierungen Deutschlands, der Schweiz und Großbritanniens, läuft SRD II von 2023 bis 2026.