
TUI Forest Colombia
Über den Wolken von Urrao in Kolumbien beherbergen die hochgelegenen Andenwälder seltene Baumarten, Orchideen und gefährdete Tierarten wie den Brillenbären. In den ländlichen Bergdörfern werden Avocados, Kaffee und Kakao angebaut, und immer mehr Urlauber*innen kommen in diese abgelegene Gegend.
Der fortschreitende Klimawandel hat in der Region jedoch zur Entwaldung geführt. Dadurch ist das Land anfälliger für Brände geworden, und die Wasserversorgung der Bevölkerung ist zunehmend gefährdet. Um dem entgegenzuwirken, wurde die Entwicklung lokaler agroforstwirtschaftlicher Praktiken unerlässlich. Diese Systeme kombinieren typische landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee mit einheimischen Sträuchern und Bäumen, die Schatten spenden, die Bodenqualität verbessern, Lebensraum für Biodiversität schaffen und Wasser speichern, sodass das Land fruchtbar und für die Landwirt*innen nutzbar bleibt.
TUI Forest Colombia verbindet die Wiederaufforstung einheimischer Bäume mit agroforstwirtschaftlichen Praktiken, um lokale Bäuer*innengemeinden zu unterstützen und gleichzeitig die gefährdete Biodiversität zu schützen. Der Anbau von Kakao und Vanille ermöglicht die Erhaltung der bestehenden Wälder und bietet gleichzeitig ein Einkommen für die lokalen Landwirt*innen. Damit bietet das Projekt eine Möglichkeit, Tourismus und Maßnahmen zur Wiederherstellung des Ökosystems miteinander zu verbinden.
Die ländliche Bevölkerung rund um Urrao stammt überwiegend aus der Paisa-Kultur, Nachfahren gemischter spanischer und indigener Gruppen, die für ihre Landwirtschaft und ihren Tourismus bekannt sind. Sie leben hier seit der spanischen Kolonialzeit und erleben zunehmend ein wachsendes Interesse von Urlauber*innen, die auf der Suche nach authentischen Erlebnissen und einer ruhigen Auszeit im Einklang mit der Natur sind. In Zusammenarbeit mit Global Forest Generation (GFG), ECOAN und Ecotropics bindet TUI Forest Colombia 400 Gemeindemitglieder in 15 Umweltbildungsworkshops und verschiedene Wiederaufforstungskampagnen ein.
In gemeinsamer Aktion werden 123.000 Bäume gepflanzt, die zu drei besonders kohlenstoffbindenden Arten gehören. Viele der Bäume werden in einer eigens für das Projekt angelegten und gepflegten Baumschule gezüchtet. Die Bäume werden auf einer renaturierten Fläche von über 112 Hektar gepflanzt, die zu diesem Zweck auch von Unkraut befreit, eingezäunt und bewässert wird. Das Projekt schafft rund 100 Arbeitsplätze, darunter die Pflege der Baumschule sowie Teilzeitarbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Bau und den Aufforstungsmaßnahmen.
Das Projekt hat auch positive Auswirkungen auf endemische Tierarten, da es den Schutz und die Wiederherstellung eines rund 60.000 Hektar großen Biodiversitätskorridors ermöglicht. Der TUI Forest Colombia ist Lebensraum gefährdete Tierarten, von denen vier in dem Gebiet gezielt überwacht werden. Dazu gehören der Brillenbär, die einzige in Südamerika heimische Bärenart, sowie Puma, Jaguar und Ozelot.
Der TUI Forest Colombia sieht auch die Schaffung eines wegweisenden naturbasierten Tourismusprodukts für 500 nationale Urlauber*innen vor. Diese Erlebnisreise wird im Rahmen einer Diskussionsrunde für Tourismus unter Einbeziehung lokaler Interessengruppen entwickelt.
Projektpartner
Global Forest Generation
Global Forest Generation (GFG) setzt sich dafür ein, Waldökosysteme in dem Umfang wiederherzustellen, der für die Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise erforderlich ist. Dies geschieht durch die Entwicklung umfassender, länderübergreifender Wiederherstellungsinitiativen in kritischen Ökosystemen. GFG stellt Instrumente, Ressourcen, Partnerschaften und Kapazitäten bereit, die lokale Entscheidungsträger für langfristigen Erfolg benötigen.

ECOAN
Die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation Asociación Ecosistemas Andinas (ECOAN) engagiert sich für die Erhaltung der gefährdeten Arten der Queuña-Wälder in den Bergen von Cusco. Dabei arbeitet sie eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen.



