TUI Field to Fork Western Balkans

Ländliche Gebiete in Albanien, Nordmazedonien und Montenegro sind mit begrenzten Einkommensmöglichkeiten und zunehmendem Druck durch den Klimawandel konfrontiert – insbesondere Kleinbäuer*innen und ländliche Haushalte. Die Landwirtschaft ist nach wie vor eine wichtige Lebensgrundlage, doch geringe Produktivität, kleine und fragmentierte Flächen sowie ein eingeschränkter Marktzugang erschweren es vielen Bauernfamilien, ein stabiles Einkommen zu erzielen.

Gleichzeitig wächst der Tourismus in der Region, doch ländliche Produzent*innen profitieren aufgrund schwacher Verbindungen zwischen den landwirtschaftlichen und touristischen Wertschöpfungsketten bislang nur selten von diesem Wachstum.

TUI Field to Fork Western Balkans begegnet dieser Herausforderung, indem regenerative Landwirtschaft mit ländlichem Tourismus verknüpft wird, um Einkommensquellen zu diversifizieren und die ländliche Wirtschaft zu stärken. Das Projekt befähigt Landwirt*innen und ländliche Unternehmer*innen, nachhaltige Praktiken anzuwenden, marktfähige Tourismuserlebnisse zu entwickeln und stärkere Partnerschaften aufzubauen. So entstehen widerstandsfähigere ländliche Strukturen mit langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven für die Menschen vor Ort.

In Albanien, Nordmazedonien und Montenegro ist ein großer Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig. Häufig handelt es sich jedoch um kleinbäuerliche Betriebe mit geringen Erträgen, die zunehmend anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind. Unvorhersehbare Niederschläge, Dürren und steigende Temperaturen bedrohen die Bodengesundheit und die Ernteerträge, während begrenzter Zugang zu Schulungen und Investitionen die Einführung nachhaltiger Praktiken verlangsamt.

Die ländliche Wirtschaft bietet nur wenige Alternativen zur Landwirtschaft, was die Abwanderung in städtische Gebiete und ins Ausland beschleunigt – insbesondere unter jungen Menschen und Frauen. Obwohl der Tourismus in der Region weiterwächst, profitieren viele Menschen vor Ort bislang kaum davon. Landwirt*innen und Tourismusunternehmen arbeiten nur selten zusammen, und vielen landwirtschaftlichen Betrieben fehlen die notwendigen Fähigkeiten, Sichtbarkeit und Geschäftsbeziehungen, um Zugang zum Tourismusmarkt zu erhalten.

TUI Field to Fork Western Balkans arbeitet direkt mit landwirtschaftlichen Haushalten in ländlichen Regionen der drei Länder zusammen. Zunächst werden landwirtschaftliche Betriebe kartiert und bewertet, um bestehende Praktiken zu verstehen und Potenziale zur Verbesserung von Nachhaltigkeit sowie zur Diversifizierung der Einkommensquellen zu identifizieren. Auf Grundlage dieser Analyse nehmen die Landwirt*innen an gezielten Schulungen zu nachhaltiger und regenerativer Landwirtschaft teil, die theoretische Einheiten mit praktischen Demonstrationen auf dem Feld und Besuchen auf landwirtschaftlichen Betrieben verbinden.

Im Rahmen dieses Prozesses erweitern 120 Teilnehmende aus 90 landwirtschaftlichen Haushalten ihr Wissen zu Themen wie Bodengesundheit, Pflanzenvielfalt und Wasserschutz und beginnen, verbesserte Praktiken auf ihren Flächen umzusetzen. Dadurch werden auf mindestens 10.000 Quadratmetern nachhaltige und regenerative Methoden eingeführt, was sowohl die Produktivität als auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels stärkt.

Das Projekt unterstützt zudem ländliche Haushalte und weitere lokale Akteur*innen dabei, landwirtschaftliche Aktivitäten in touristische Erlebnisse zu überführen. Ausgewählte Teilnehmer*innen erhalten Schulungen und individuelles Coaching im Bereich Erlebnistourismus, um konkrete Angebote zu entwickeln, die in der lokalen Landwirtschaft, Ernährung und kulturellen Traditionen verwurzelt sind. Während diese Ideen weiterentwickelt und erprobt werden, entstehen in den drei Ländern insgesamt 21 neue Produkte und Dienstleistungen im ländlichen Tourismus – von Besuchen auf Bauernhöfen bis hin zu kulinarischen und kulturellen Erlebnissen. Diese Angebote werden durch gezieltes Marketing und digitale Plattformen sichtbar gemacht und damit sowohl für nationale als auch internationale Besucher*innen zugänglich.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen aus Landwirtschaft und Tourismus ist für das Projekt von zentraler Bedeutung. In Workshops, Networking-Veranstaltungen und Matching-Sessions erkunden Landwirt*innen, Lebensmittelproduzent*innen und Tourismusunternehmen konkrete Geschäftsmöglichkeiten.

Diese Austauschformate führen zu 20 neuen Partnerschaften, die die lokale Produktion mit den Wertschöpfungsketten des Tourismus verbinden – darunter gebündelte Tourismusangebote, die Erlebnisse auf dem Bauernhof, lokale Unterkünfte und Aktivitäten rund um Essen und regionale Produkte kombinieren.

Indem Tourismusunternehmen diese Erlebnisse in ihre Angebote integrieren, erhalten landwirtschaftliche Haushalte Zugang zu neuen Märkten, während Destinationen ihr touristisches Angebot erweitern und diversifizieren. Während der Projektlaufzeit nehmen mindestens 1.000 Menschen an den neu entwickelten Angeboten im ländlichen Tourismus teil. Dadurch entstehen direkte Einnahmen für die Menschen vor Ort, zugleich wird der wirtschaftliche Wert nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken gestärkt.

Durch die Verknüpfung nachhaltiger Landwirtschaft mit der Nachfrage im Tourismus schafft das Projekt langfristige wirtschaftliche Chancen, stärkt die ländliche Wirtschaft und zeigt, wie Landwirtschaft und Tourismus nachhaltig zusammenwachsen können.

Projektpartner

Als Dienstleisterin der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationalen Bildungsarbeit engagieren wir uns weltweit für eine lebenswerte Zukunft. Wir haben mehr als 50 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Feldern, von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über Energie- und Umweltthemen bis hin zur Förderung von Frieden und Sicherheit. Das vielfältige Know-how des Bundesunternehmens GIZ wird rund um den Globus nachgefragt – von der deutschen Bundesregierung, Institutionen der Europäischen Union, den Vereinten Nationen, der Privatwirtschaft und Regierungen anderer Länder. Wir kooperieren mit Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und wissenschaftlichen Institutionen und tragen so zu einem erfolgreichen Zusammenspiel von Entwicklungspolitik und weiteren Politik- und Handlungsfeldern bei. Unser Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Alle Auftraggeber und Kooperationspartner schenken der GIZ ihr Vertrauen, Ideen für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen mit ihnen gemeinsam zu entwickeln, konkret zu planen und umzusetzen. Als gemeinnütziges Bundesunternehmen stehen wir für deutsche und europäische Werte. Gemeinsam mit unseren Partnern in den nationalen Regierungen weltweit sowie mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft arbeiten wir flexibel an wirksamen Lösungen, die Menschen Perspektiven bieten und deren Lebensbedingungen dauerhaft verbessern.

Die GIZ hat ihren Sitz in Bonn und Eschborn. Unser Geschäftsvolumen betrug im Jahr 2024 rund 4 Milliarden Euro. Von den 24.530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in knapp 120 Ländern sind mehr als 65 Prozent als Nationale Mitarbeitende vor Ort tätig. Als anerkannter Träger des Entwicklungsdienstes entsenden wir derzeit 224 Fachkräfte im Entwicklungsdienst. Darüber hinaus hat die GIZ im Jahr 2024 74 Integrierte und 31 Rückkehrende Fachkräfte an lokale Arbeitgeber in den Einsatzländern vermittelt beziehungsweise finanziell oder durch Beratungs- und Serviceleistungen unterstützt. *

*Personal- und Geschäftszahlen: Stand 31.12.2024