
TUI Field to Fork Tanzania
Das zweijährige Projekt TUI Field to Fork Tanzania umfasst sowohl die Simiyu-Region im Serengeti-Ökosystem als auch die nordöstliche Kilimandscharo-Region. Obwohl diese Gebiete jährlich fast eine Million Touristen anziehen, lebt über die Hälfte der lokalen Bevölkerung unter der internationalen Armutsgrenze von 2,15 US-Dollar pro Tag. Die ländlichen Gemeinden sind stark von Landwirtschaft und Viehzucht abhängig, stehen jedoch vor großen Herausforderungen wie Bodendegradation, unvorhersehbaren Wetterbedingungen und Ernteschäden durch Wildtiere. Dies führt zu sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen und unsicheren Einkommen. Frauen sind besonders betroffen, da ihnen häufig der Zugang zu Bildung, Kapital und grundlegenden unternehmerischen Fähigkeiten fehlt.
Das Projekt stärkt diese Frauen durch technische Schulungen in den Bereichen Landwirtschaft, Klimaresilienz und Unternehmertum. Zudem werden durch die Vernetzung mit dem Tourismussektor bessere Einkommensmöglichkeiten und ein einzigartiges „Field to Fork“-Tourismusangebot geschaffen. Diese Initiative fördert die Gleichstellung der Geschlechter, die wirtschaftliche Entwicklung, den Umweltschutz und den nachhaltigen Tourismus – und verbessert letztlich die Lebensgrundlagen benachteiligter Frauen und ihrer Gemeinden.
Das Serengeti-Ökosystem in Tansania, bekannt für die jährliche „Great Migration“, ist eine atemberaubende Landschaft, durch die jedes Jahr riesige Herden von Gnus, Gazellen und Zebras ziehen. Dieses Naturwunder steht jedoch im starken Kontrast zur harten Realität, mit der die lokalen Gemeinschaften konfrontiert sind. In Mwiba und Maswa verbringen die meisten Frauen acht bis zehn Stunden am Tag mit Hausarbeit und haben keinen Zugang zu Bildung oder produktiven Ressourcen. Intensive landwirtschaftliche Praktiken haben den Boden ausgelaugt, und der Klimawandel hat unvorhersehbare Wetterbedingungen hervorgerufen, die die landwirtschaftlichen Erträge weiter verringern. Die Zerstörung von Ernten und Viehbeständen durch Wildtiere kann ganze Existenzen vernichten und es den Familien erschweren, sich selbst zu versorgen.
TUI Field to Fork Tanzania geht diese Probleme an, indem es 2700 lokale Unternehmer*innen, von denen 80 % Frauen sind, in 16 Dörfern in der Region Simiyu schult. Die Schulungen, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten stattfinden, umfassen regenerative Landwirtschaft, Klimaresilienz und verschiedene grundlegende unternehmerische Fähigkeiten wie Unternehmens- und Finanzmanagement. Durch die Konzentration auf Wertschöpfungsketten wie die Verarbeitung von Sonnenblumen, die Bienenzucht und die Geflügelzucht schafft das Projekt Lebensgrundlagen und knüpft Verbindungen zum Tourismussektor. Eine der wichtigsten Strategien ist die Bildung von Gemeinschaftsgruppen, um das Lernen, Sparen und die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer*innen zu erleichtern. Diese Gruppen bieten Frauen eine Plattform, um Wissen auszutauschen, Zugang zu Krediten zu erhalten und ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten.
Ein Satellitenbüro in der Nähe von Meatu dient als zentraler Knotenpunkt für das Projekt.
Der zweite Standort liegt in der Kilimandscharo-Region, am Fuße des legendären Berges. Dieser Teil des Projekts stärkt die Verbindung zwischen Tourismus, Hotels und lokalen Bauernhöfen, um nachhaltige Einkommensmöglichkeiten und legale Beschäftigung zu fördern.
Land wird gekauft, um einen Demonstrationsbauernhof aufzubauen, auf dem Frauen aus benachteiligten Gemeinden Schulungen zu klimaresistenten Anbaumethoden erhalten. Dafür werden Gewächshäuser, ein Tropfbewässerungssystem und Wassertanks errichtet, um der Dürre entgegenzuwirken und die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen.
Das Projekt entwickelt ein einzigartiges touristisches Angebot, indem es Farmtouren konzipiert, die die Ausstattung der Farmen verbessert und diese bewirbt, um Urlauber*innen anzuziehen.
Es bezieht Akteure aus den Bereichen Tourismus und Gastgewerbe ein und bietet Schulungen über die erheblichen Auswirkungen und den Wert der Herstellung und Pflege von Verbindungen zur lokalen Gemeinschaft an. Dabei werden nachhaltige Einkaufspraktiken hervorgehoben, die sowohl den Hotels als auch der Gemeinden zugutekommen.
PROJEKTPARTNER
Hand In Hand International
Hand in Hand International ist eine globale gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Leben von Frauen zu verbessern, indem sie sie dazu befähigt, Hindernisse zu überwinden und als Unternehmer*innen erfolgreich zu sein. Zu ihren Hauptaktivitäten gehören Schulungen in den Bereichen Unternehmens- und Kreditmanagement, die Ausbildung von Landwirt*innen in regenerativer Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft sowie der Aufbau von Marktverbindungen, unter anderem mit der Tourismusbranche. Ihr Betriebsmodell basiert auf einer strategischen Zusammenarbeit zwischen Fachleuten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und Spendensammelaktionen in Ländern mit hohem Einkommen.

Equality In Tourism
Equality in Tourism ist eine eingetragene gemeinnützige Organisation, die das Leben von Frauen im Tourismussektor verändert, indem sie sich für die Gleichstellung der Geschlechter in der gesamten Branche einsetzt. Sie streben eine gerechte Tourismusbranche an, die Frauen und Mädchen stärkt, Vielfalt und Inklusion fördert und zum sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften beiträgt. Ihr kooperativer und innovativer Ansatz bietet praktische Lösungen und bewährte Verfahren, die zu globalen Maßnahmen für eine gerechtere und verantwortungsvollere Tourismusbranche inspirieren.






