TUI Colourful Cultures Egypt

Die Maaza, ein Beduinenstamm im östlichen Ägypten, sind ein wichtiger Träger des kulturellen Erbes von Hurghada und pflegen eine reiche Tradition des Erzählens, der Musik, des Handwerks und der Nomadenkultur. Die rasante Ausbreitung des Massentourismus hat diese Traditionen jedoch verdrängt und die Sichtbarkeit und Bedeutung des Stammes für die lokale Tourismuswirtschaft gemindert.

Traditionelle Vorführungen und Handwerkskunst werden oft durch massenproduzierte oder importierte Alternativen ersetzt, wodurch das kulturelle Erbe des Maaza-Stammes gefährdet ist. Ohne gezielte Maßnahmen besteht eine große Gefahr, dass diese kulturellen Güter, die über Generationen weitergegeben wurden, verloren gehen.

TUI Colourful Cultures Egypt begegnet dieser Herausforderung mit der Schaffung des Maaza Colourful Cultures Hubs. Die gemeindegesteuerte Einrichtung bietet Raum für die Ausbildung von Handwerker*innen, die Förderung der Beduinenkultur und die Schaffung von Einnahmequellen für den Maaza-Stamm durch den Verkauf von Handwerksprodukten. Die Mitglieder des Maaza-Stammes werden in ihren traditionellen Fertigkeiten ausgebildet und erhalten eine Plattform, um ihre Handwerkskunst in die Wertschöpfungskette des Tourismus einzubinden. Das Programm schafft außerdem zusätzliche Einkommensmöglichkeiten durch die Einführung authentischer Touren, die Urlauber*innen mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt bringen.

Die Stadt Hurghada erzielt jährlich Millionen von Dollar Einnahmen aus ihrem ausgebauten Tourismussektor, der sich auf über 1.000 Hotels erstreckt. Die lokalen und indigenen Beduinengemeinschaften, darunter auch der Maaza-Stamm, profitieren jedoch nur minimal davon. In Ägypten sind 32,5 % der Bevölkerung von ländlicher Armut betroffen, wobei Beduinengemeinschaften aufgrund ihrer geografischen Isolation und begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten überproportional stark betroffen sind. Frauen und junge Menschen in diesen Stämmen sind besonders benachteiligt. Landesweit liegt die Erwerbsquote von Frauen bei 18,3 %, aber aufgrund kultureller und institutioneller Barrieren ist dieser Wert bei Beduinenfrauen noch niedriger. Die Beschäftigung im Tourismussektor in Hurghada wird von nicht-lokalen Arbeitskräften dominiert, sodass der Stamm der Maaza auf geringverdienende Tätigkeiten wie Subsistenzlandwirtschaft angewiesen ist und keinen Anteil am wirtschaftlichen Nutzen des Tourismus hat.

TUI Colourful Cultures Egypt richtet das erste Zentrum ein, das sich den Traditionen und dem Handwerk des Maaza-Stammes widmet. Das Maaza Colourful Culture Hub bietet 100 Stammesangehörigen Schulungen in traditionellen Handwerkskünsten wie Weben und der Herstellung von Palmblattprodukten an.

Das Zentrum ist auch ein Ort zur Bewahrung des geistigen Erbes der Maaza, wie ihrer Musik, Erzählkunst und Geschichte, das den Besucher*innen durch kulturelle Veranstaltungen nähergebracht wird. Eine jährliche Hauptveranstaltung, das Maaza Cultural Festival, präsentiert die Traditionen der Beduinen durch Workshops, Live-Vorführungen, kulturelle Darbietungen und Sternbeobachtungen. Die ganztägige Veranstaltung zieht jährlich über 500 Besucher*innen an, fördert Partnerschaften und einen nachhaltigen Tourismus.

Neben den kulturellen Veranstaltungen profitieren die Beduinen auch von Einnahmen aus dem Verkauf von Kunsthandwerk und gastronomischen Angeboten. Eine im Rahmen des Projekts gegründete und geschulte Genossenschaft der Gemeinde verwaltet, vermarktet und vertreibt die Kunsthandwerksprodukte der Maaza.

TUI Colourful Cultures integriert die Kultur der Beduinen auch in das Tourismusangebot von Hurghada, indem es authentische Erlebnisse schafft, bei denen Urlauber*innen in die Traditionen der Maaza eintauchen können. Sie können an kulturellen Aktivitäten wie Beduinen-Brotbacken, Henna-Kunst und Kaffeezeremonien teilnehmen oder eine geführte Tour durch mehrere Beduinendörfer mit Live-Auftritten, Erzählungen und kulinarischen Erlebnissen unternehmen.

Projektpartner

Green Planet ist ein wegweisendes Impact-Investment- und Beratungsunternehmen, das sich auf nachhaltigen Tourismus und Gemeindeentwicklung konzentriert. Die Organisation mit Sitz in Ägypten arbeitet daran, Kulturerhalt, Umweltschutz und wirtschaftliche Stärkung in Tourismusprojekte zu integrieren und Modelle zu schaffen, die Inklusion und Nachhaltigkeit fördern. Green Planet fungiert als Brücke zwischen lokalen Gemeinschaften, Akteuren aus dem Tourismusbereich und internationalen Organisationen und fördert die Zusammenarbeit zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Mit einer soliden Grundlage in der Entwicklung innovativer Projekte legt Green Planet besonderen Wert auf die Einbindung der Bevölkerung, insbesondere von benachteiligten Gruppen wie Frauen und Jugendlichen, um einen gerechten Zugang zu wirtschaftlichen Möglichkeiten zu gewährleisten. Durch die Verbindung von kulturellem Erbe und nachhaltigen Praktiken schafft die Organisation transformative Tourismuserlebnisse, die sowohl der Umwelt als auch den lokalen Gemeinschaften zugutekommen.