
TUI Academy Thailand
In den thailändischen Tourismusregionen Phuket und Phang Nga haben viele junge Menschen nur eingeschränkten Zugang zu Bildung und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dadurch steigt ihr Risiko, Opfer von Ausbeutung zu werden. Gleichzeitig belasten die alternde Bevölkerung und der Rückgang der jungen Erwerbsbevölkerung die thailändische Wirtschaft zunehmend – Investitionen in das Potenzial junger Menschen sind daher dringlicher denn je. Mit dem Wachstum des Tourismussektors nehmen auch die Gefahren zu, insbesondere für sozial benachteiligte Jugendliche.
Die TUI Academy Thailand, die nun in ihre zweite Projektphase startet, setzt genau hier an. Aufbauend auf den Erfolgen der ersten Phase stellt sie jungen Menschen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Verfügung, um sich zu schützen, ihre Rechte zu kennen und Zugang zu fairen, sicheren Arbeitsplätzen im Gastgewerbe zu erhalten.
Das Projekt wird in Kooperation mit Plan International umgesetzt. Es verfolgt das Ziel, den Kreislauf der Ungleichheit zu durchbrechen, indem es berufliche Qualifizierung, die Vermittlung zentraler Lebenskompetenzen sowie die aktive Einbindung von Arbeitgeber*innen miteinander verbindet. Auf diese Weise sollen sichere, inklusive und nachhaltige Beschäftigungswege für junge Menschen in der Tourismusbranche gefördert werden.
Der Tourismus zählt zu den wichtigsten wirtschaftlichen Motoren Thailands. Gleichzeitig setzt sein starkes Wachstum insbesondere junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen einem erhöhten Risiko der Ausbeutung aus. In Provinzen wie Phuket und Phang Nga fehlt vielen Jugendlichen der Zugang zu formaler Bildung und sicheren beruflichen Perspektiven – wodurch sie besonders gefährdet sind, Opfer von Ausbeutung, einschließlich Kinderarbeit und sexueller Gewalt, zu werden.
Die erste Phase der TUI Academy Thailand hat bereits große Wirkung gezeigt: Sie unterstützte benachteiligte junge Menschen dabei, grundlegende Fähigkeiten für den Einstieg in die Tourismusbranche zu erwerben und gleichzeitig wichtige Schutzmechanismen kennenzulernen. Insgesamt nahmen 236 Jugendliche am Programm teil, 154 schlossen sowohl die Ausbildung als auch das begleitende Praktikum erfolgreich ab, und 109 von ihnen fanden innerhalb von sechs Monaten eine angemessene und sichere Beschäftigung.
Aufbauend auf diesen Erfolgen bietet die zweite Projektphase nun ein umfassendes Berufsorientierungs- und Qualifizierungsprogramm für 160 weitere junge Menschen, die einem erhöhten Risiko der Ausbeutung ausgesetzt sein könnten.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen, um eine detaillierte Arbeitsmarktanalyse durchzuführen. Diese Analyse identifiziert aktuelle Trends, Qualifikationsanforderungen und zukünftige Chancen in der Tourismus- und Gastgewerbebranche. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Ausbildungsprogramme überarbeitet und gezielt an die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts angepasst. Darüber hinaus werden neue Schwerpunkte wie grüne Kompetenzen und Geschlechtergleichstellung integriert, um jugendspezifische Herausforderungen zu adressieren und nachhaltige, faire Beschäftigungsmöglichkeiten zu fördern.
Die Teilnehmer*innen absolvieren ein dreimonatiges Vorbereitungsprogramm für den Berufseinstieg, das sowohl Lebenskompetenzen als auch berufliche Qualifizierung umfasst. Dazu gehören Trainings zur Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit, praxisorientierte Weiterbildung sowie zusätzliche Kompetenzen wie Englisch und digitale Grundkenntnisse. Der Lehrplan integriert zudem wichtige Themen wie Gleichstellung der Geschlechter sowie den Schutz vor sexueller Belästigung und Missbrauch, um junge Menschen dabei zu unterstützen, Risiken zu erkennen und sich im Alltag besser zu schützen.
Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung werden die Jugendlichen in Praktika bei Unternehmen der Tourismus- und Gastgewerbebranche vermittelt. Während dieser praktischen Phase erhalten sie ein Stipendium sowie eine Grundausstattung, um einen sicheren und stabilen Einstieg in den Arbeitsalltag zu ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, um faire Arbeitspraktiken, angemessene Arbeitsbedingungen und ein sicheres Umfeld für junge Beschäftigte sicherzustellen. Zusätzlich schreiben sich die Teilnehmenden in der TUI E-Academy ein und absolvieren mindestens zwei Online-Kurse, die ihr Wissen erweitern und ihnen internationale Branchenstandards vermitteln.
Um stabile Rahmenbedingungen für die Teilnahme zu schaffen, stellt das Projekt außerdem soziale Unterstützung für rund 200 Personen bereit – darunter Betreuer*innen und Familienangehörige. Dazu gehören u. a. Zuschüsse für Transport und Unterkunft sowie der Zugang zu Beratungsangeboten.
Nach Abschluss des Programms erhalten 128 Jugendliche einen formalen Abschluss, und 85 % von ihnen finden innerhalb von sechs Monaten eine Anstellung – ein eindrucksvoller Beleg für die Wirksamkeit des Projekts und seinen Beitrag zu nachhaltigen Beschäftigungschancen für junge Menschen im thailändischen Tourismussektor.
Projektpartner
Plan International ist eine weltweit tätige Entwicklungsorganisation, die in über 80 Ländern benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt – mit einem besonderen Fokus auf die Förderung der Gleichstellung von Mädchen und jungen Frauen. Mit der Unterstützung von Tausenden von Pat*innen, Unternehmen sowie institutionellen und privaten Spender*innen setzt sich Plan International dafür ein, die Lebensbedingungen junger Menschen nachhaltig zu verbessern und ihnen Zugang zu Bildung, Schutz und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.




