
Destination Zero Waste Zanzibar
Sansibar ist ein funkelndes Juwel im Indischen Ozean. Es liegt direkt vor der Küste Tansanias und ist mit seiner reichen Geschichte, seiner Kultur und seinen erstklassigen Stränden ein fabelhafter Ort, den jedes Jahr über 400.000 Urlauber*innen besuchen. Da es an kommunalen Abfallwirtschaftssystemen mangelt, ist Plastik jedoch ein Problem. Der größte Teil der Abfälle, insbesondere Plastik und Glas, landet auf Deponien oder im Meer und gefährdet sowohl die Umwelt als auch die Attraktivität Sansibars als Reiseziel. Trotz des Potenzials einer Kreislaufwirtschaft sind die Bemühungen zur Wiederverwendung von Materialien nach wie vor begrenzt. Gleichzeitig sind viele Frauen und Jugendliche weiterhin mit Hindernissen bei der Arbeitssuche konfrontiert, wodurch die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit verschärft wird.
Die TUI Care Foundation und das soziale Unternehmen Chako haben sich zusammengetan, um zu einem saubereren Sansibar beizutragen. Aufbauend auf die bisherigen erzielten Auswirkungen konzentriert sich die neue Projektphase weiterhin auf Abfallreduzierung, Upcycling, Kapazitätsaufbau und Aktivitäten zur Sensibilisierung für Abfallprobleme. Darüber hinaus wird ein spezielles Ausbildungszentrum und ein Gründungszentrum für lokale Handwerker*innen eingerichtet, um eine neue Generation von Unternehmer*innen im Bereich der nachhaltigen Abfallwirtschaft zu fördern.
Destination Zero Waste Zanzibar tritt in eine neue Phase ein, die auf den bisherigen Meilensteinen zur Bewältigung der dringenden Probleme der Insel im Bereich Abfall und Plastikverschmutzung aufbaut. In Zusammenarbeit mit 250 Tourismusunternehmen werden 1080 Tonnen Glas und 67.000 kg Plastikmüll gesammelt und 810.000 kg Glas und 52.000 kg Plastik upcycelt. Dieser Abfall wird dann von lokalen Handwerker*innen zu schönen, hochwertigen Einrichtungsgegenständen verarbeitet.
Das Projekt umfasst zwei wesentliche Komponenten: ein Ausbildungszentrum und ein Pilot-Gründungszentrum, die nachhaltiges Unternehmertum fördern und lokale Gemeinschaften stärken sollen. Das Ausbildungszentrum vermittelt arbeitslosen Frauen und jungen Menschen praktische Erfahrungen im gesamten Kreislauf der Abfallverwertung. Dieser reicht von der Sammlung von Plastik- und Glasabfällen aus der Tourismusbranche bis hin zum Entwurf und zur Herstellung von Upcycling-Produkten. Neben technischen und kreativen Upcycling-Fähigkeiten erwerben die Auszubildenden wichtige unternehmerische Kompetenzen in den Bereichen Gründung, Kostenkalkulation und Marketing. Diese umfassende Lernumgebung vertieft die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und demonstriert das reale Potenzial nachhaltiger Praktiken.
Ergänzend zum Ausbildungszentrum ist das Pilot-Gründungszentrum ein spezieller Ort, an dem Handwerker*innen und Unternehmer*innen zusammenarbeiten können, um innovativ zu sein und ihre Unternehmen auszubauen. Der Hub bietet gemeinsam nutzbare Werkstätten, Zugang zu spezialisierten Maschinen, Mentoring und Coaching. Er unterstützt auch die Forschung und Entwicklung neuer Produktlinien und gewährt kleine Finanzhilfen in Form von Darlehen und Zuschüssen.
Das Projekt spielt auch eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und der wirtschaftlichen Stärkung, insbesondere von Frauen. Es zielt darauf ab, 40 Menschen aus der Region durch Workshops und Einzelcoachings zu schulen sowie 50 Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten, von denen 30 gezielt Frauen zugutekommen sollen.
Neben seinen ökologischen und wirtschaftlichen Zielen trägt das Projekt auch zum nachhaltigen Tourismus bei. Urlauber*innen und lokale Gemeindegruppen sind eingeladen, die Fabrik zu besuchen und mehr über Upcycling und Abfallreduzierung zu erfahren. Insgesamt werden 3.000 Menschen an diesen nachhaltigen Tourismusangeboten teilnehmen, was das Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft weiter schärfen und die Unterstützung für diese Praktiken stärken wird.
Projektpartner
Chako bedeutet „Ihrs“ auf Suaheli, was treffend die Produkte, die Mission und die Vision beschreibt. Das soziale und kreative Unternehmen mit Sitz in Sansibar wurde 2010 gegründet und hat sich zur Aufgabe gemacht, ungelernte und arbeitslose junge Frauen und Männer darin auszubilden, aus Abfall handgefertigte, aufbereitete Gegenstände herzustellen. Ziel ist es, junge Frauen und Männer auszubilden, die (Meeres-)Umwelt zu erhalten und zur Kreislaufwirtschaft beizutragen. Chako ist das erste Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO) in Sansibar und führend in der Förderung fairer Löhne, Arbeits- und Lebensbedingungen sowie des Umweltbewusstseins durch Re- und Upcycling auf der Insel. Das soziale Unternehmen steht für faire Löhne, faire Arbeit, faire Behandlung, faire Chancen, keine Diskriminierung und eine faire Umwelt. Chako investiert all seine Einnahmen in die Schaffung von Arbeitsplätzen, stellt Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme auf und entwickelt Lösungen zur Wiederverwertung und Aufwertung des durch den Tourismus verursachten Abfalls auf der wunderschönen Insel Sansibar.




