Destination Zero Waste Bali

Bali zählt zu den meistbesuchten Inselreisezielen der Welt. Im Jahr 2024 reisten rund 16,4 Millionen Tourist*innen auf die Insel – das entspricht etwa dem Vierfachen der lokalen Bevölkerung. Da Besucher*innen jedoch im Durchschnitt 3,5-mal mehr Plastikmüll erzeugen als Einheimische, gerät das Abfallwirtschaftssystem zunehmend an seine Grenzen. Infolgedessen steht Bali vor einer akuten Plastikmüllkrise.

Wirksame Lösungsansätze erfordern einen ganzheitlichen Ansatz, der auf die Vermeidung von Abfall abzielt, nachhaltige Praktiken im Gastgewerbe fördert und den Tourismussektor konsequent von Einwegkunststoffen hin zu den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft führt – insbesondere zu Reduzierung, Wiederverwendung und Wiederbefüllung.

Das Projekt befähigt lokale öffentliche und private Akteur*innen, als Trainer*innen der Global Tourism Plastics Initiative (GTPI) tätig zu werden. Darüber hinaus analysiert es systemische Lücken und erprobt die Voraussetzungen für den Übergang zu einer kreislauforientierten Wertschöpfungskette, die sowohl den Menschen vor Ort als auch den Tourist*innen zugutekommt.

In der ersten Projektphase wurden im Rahmen einer Veranstaltung der Global Tourism Plastics Initiative (GTPI) auf Bali Trainer*innen geschult. Der dreitägige Workshop wurde von UNEP und der TUI Care Foundation geleitet und richtete sich an 36 Vertreter*innen aus Hotels, Reiseveranstaltern, nationalen und lokalen Behörden, der Zivilgesellschaft sowie aus Recyclingunternehmen.

Auf Grundlage des GTPI-Rahmenwerks sowie ergänzender Feldbeobachtungen und Forschungsarbeiten wird der Verbrauch von Einwegkunststoffen in balinesischen Hotels analysiert. Diese Bewertung ermöglicht es, die wichtigsten Abfallquellen zu identifizieren und jene Bereiche hervorzuheben, in denen wirkungsvolle Maßnahmen das größte Potenzial entfalten können. Darauf aufbauend werden gezielte Strategien zur wirksamen Reduzierung von Kunststoffabfällen entwickelt.

Fünf teilnehmende Hotels führen mithilfe des GTPI-Tools eine detaillierte Kunststoffbewertung ihrer Betriebe durch. Durch die aktive Einbindung der lokalen Bevölkerung stellt das Projekt zudem sicher, dass auch soziale Auswirkungen berücksichtigt werden.

Darüber hinaus validiert das Projekt zentrale Herausforderungen im Umgang mit Kunststoffabfällen im Gastgewerbe und testet mindestens zwei Lösungsansätze zu deren Bewältigung. Im Rahmen des Pilotprojekts werden in fünf Hotels die operative Umsetzbarkeit, die Akzeptanz bei Gästen sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit jeder Maßnahme bewertet, um ihr Potenzial für eine Skalierung zu bestimmen.

Projektpartner

Enviu ist ein gemeinnütziges Venture-Building-Studio, das sich für positive ökologische und soziale Wirkung einsetzt. Seit 2004 hat Enviu mehr als 30 Unternehmen gegründet, die weltweit einen spürbaren Beitrag für Gemeinschaften und Ökosysteme leisten. Durch den Aufbau von Märkten und Ökosystemen sowie die Entwicklung innovativer Lösungen hat Enviu Bewusstsein geschaffen, praxisnahes Wissen vermittelt und sowohl politische Entscheidungsträger*innen als auch Unternehmen beeinflusst.