Pressemitteilung

Berlin

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14. Mai 2026

Nachhaltiger Tourismus schützt die Mittelmeer-Mönchsrobbe in der Türkei

  • TUI Sea the Change Türkiye schützt und restauriert 200.000 Quadratmeter kritischen Küsten- und Meereslebensraum für die stark gefährdete Mittelmeer-Mönchsrobbe
  • Projekt bindet Tourismusbetriebe, lokale Gemeinschaften, Kinder sowie Touristinnen und Touristen in verantwortungsvolle Meeresschutzmaßnahmen ein
  • Programm startet im Rahmen des Marine May der TUI Care Foundation, um die Bedeutung des Meeresschutzes hervorzuheben

Das Mittelmeer gehört zu den meistgenutzten Meeresregionen der Welt – mit wachsendem Druck auf Küstenökosysteme und gefährdete Arten. An der südwestlichen Küste der Türkei ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe, die auf der Roten Liste der IUCN als „stark gefährdet” geführt wird, auf ungestörte Küstenhöhlen und gesunde Seegraswiesen zum Ruhen und Brüten angewiesen. Entlang der türkischen Küste leben schätzungsweise nur noch rund 100 dieser Tiere – und Bootsverkehr, Ankern, Küstenentwicklung und mangelndes Bewusstsein setzen ihnen weiter zu. Gerade dort, wo der Tourismus die lokale Wirtschaft trägt, ist das Gleichgewicht zwischen Meeresschutz und nachhaltigem Tourismus eine dringende Aufgabe, aber auch eine echte Chance.

Aufbauend auf dem im Jahr 2024 gestarteten Projekt TUI Sea the Change Türkiye haben die TUI Care Foundation und die Mediterranean Conservation Society (Akdeniz Koruma Derneği) eine zweite Projektphase ins Leben gerufen, um den Meeres- und Küstenschutz auszuweiten. Die erste Phase legte mit verstärktem Höhlenmonitoring, enger Zusammenarbeit mit Tourismusbetrieben und breit angelegter Sensibilisierungsarbeit in Gemeinden, unter Touristinnen und Touristen sowie in Schulen eine solide Grundlage. Mehr als 700 Menschen wurden in Meeresschutzthemen geschult. Die neue Phase vertieft nun den Habitatschutz und erweitert die Zusammenarbeit mit Tourismusakteuren, Gemeinschaften und Gästen im Projektgebiet.

Das Projekt schützt und restauriert rund 200.000 Quadratmeter Küsten- und Meereslebensraum entlang der Küste von Fethiye-Göcek bis Kaş, ein wichtiges Gebiet für Mönchsrobben und das mediterrane Seegras (Posidonia oceanica). Das Monitoring der Mönchsrobben in Küstenhöhlen wird fortgesetzt und nun um ein akustisches Monitoring ergänzt: Kameradaten und Unterwassertonaufzeichnungen werden kombiniert, um das Verhalten und die Habitatnutzung der Robben besser zu verstehen. Die Seegras-Messstation in Sarıgerme führt ihre halbjährlichen Erhebungen fort. In der Aşı-Bucht werden zusätzlich Kartierungen und Restaurierungsarbeiten durchgeführt, um Schäden durch Ankern zu beheben. Regelmäßige Kontrollfahrten und Überwachungsmaßnahmen unterstützen den Habitatschutz. Begleitend dazu wird Lobbyarbeit für die Ausweisung der Sarıgerme–Aşı-Bucht als offizielles Meeresschutzgebiet betrieben.

Die Zusammenarbeit mit dem Tourismussektor bleibt ein zentrales Element des Projekts. Mit 20 tourismusbezogenen Organisationen, darunter Hotels, Marinas und Bootsbetreiber, werden naturverträgliche Praktiken gefördert. Das Programm „Conservation-Friendly Boats” wird ausgebaut. Unterwasserlärm soll reduziert, Störungen in der Nähe von Robbenlebensräumen begrenzt und Ankerschäden an Seegraswiesen verhindert werden. Darüber hinaus prüft das Projekt, wie Meeresschutz-Erlebnisse in touristische Angebote integriert werden können.

Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen richten sich an Einheimische und Gäste gleichermaßen. Insgesamt 245 Menschen aus der Region werden in Meeresschutzthemen geschult, um die lokalen Kapazitäten zum Schutz empfindlicher Ökosysteme zu stärken. Rund 4.000 Touristinnen und Touristen nehmen an nachhaltigen Erlebnissen teil, zu denen naturverträgliche Aktivitäten wie das Beobachten von Seegraswiesen per Kajak gehören. Auf diese Weise wird den Besucherinnen und Besuchern der Wert mariner Lebensräume nähergebracht. Ein eigens entwickeltes Kinderprogramm umfasst ein Lernkartenspiel zum mediterranen Meeresökosystem, das gefährdete Arten und wichtige Lebensräume vorstellt. Hotels informieren ihre Gäste über Seegraswiesen und Mönchsrobben. Parallel dazu nehmen 600 Schulkinder an pädagogischen Workshops in Schulen, auf Festivals und bei Gemeindeveranstaltungen teil.

Indem das Projekt wissenschaftsbasierten Naturschutz mit Tourismusengagement und Bildung verbindet, zeigt TUI Sea the Change Türkiye, dass Tourismus aktiv zum Meeresschutz beitragen kann, anstatt fragile Ökosysteme zusätzlich zu belasten. Das Projekt stärkt die langfristigen Überlebenschancen der Mittelmeer-Mönchsrobbe, schützt lebenswichtige Küstenlebensräume und fördert einen verantwortungsvollen Tourismus – zum Vorteil lokaler Gemeinschaften und ganzer Reiseziele.

TUI Sea the Change Türkiye ist Teil des internationalen Programms TUI Sea the Change, das die Meeresumwelt in Tourismusdestinationen wie Mallorca, Mosambik und Indonesien schützt und bewahrt.

Der „Marine May“ der TUI Care Foundation ist ein Aktionsmonat für den Meeresschutz. Mit Projektvorstellungen und Bildungsveranstaltungen macht er deutlich, wie wichtig nachhaltige Praktiken sind, um marine Ökosysteme für lokale Gemeinschaften und künftige Generationen zu erhalten.

Über die TUI Care Foundation

Die TUI Care Foundation initiiert und unterstützt Projekte, die jungen Menschen auf der ganzen Welt neue Zukunftsperspektiven eröffnen, Natur und Umwelt schützen und die nachhaltige Entwicklung von Urlaubsdestinationen fördern. Dabei setzt die Stiftung auf das Potenzial des Tourismussektors als Motor für gesellschaftliche Entwicklung, Bildung und Wohlstand. Sie baut auf starke Partnerschaften mit regionalen und internationalen Organisationen, um nachhaltigen Wandel zu bewirken. Die TUI Care Foundation ist eine unabhängige Stiftung, die von TUI initiiert wurde. Sie hat ihren Sitz in den Niederlanden.

Über die Mediterranean Conservation Society

Die Mediterranean Conservation Society (MCS, Akdeniz Koruma Derneği (AKD)) wurde 2012 im türkischen Izmir als nationale gemeinnützige Organisation gegründet. Sie engagiert sich für gefährdete Arten wie die Mittelmeer-Mönchsrobbe und den Sandbankhai, überwacht und restauriert die marinen Ökosysteme, in denen sie leben, und unterstützt Küstengemeinden beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen. Ihre Projekte sind lokal angepasst, wissenschaftlich fundiert und traditionsbewusst. Als gemeinnützige Organisation arbeitet MCS an zentralen Herausforderungen für die türkische Küste: Sie entwickelt Fischereiverbotszonen und unterstützt lokale Ranger, schützt gefährdete Arten und ihre Lebensräume, bekämpft invasive Arten, fördert nachhaltigen Ökotourismus als Alternative zur Fischerei und organisiert Meeressäuberungsaktionen.

Head of Programme Management and External Communications

Manuel Ferreira